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In Kläranlagen mangelt es an Fällmitteln

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Ein KLärwerk unter strahlend blauen Himmel
Die Betreiber von Kläranlagen haben derzeit Probleme, Fällmittel zu bekommen, die für die Reinigung der Abwässer benötigt werden. © Jelinek, Hubert

Lieferengpässe führen zu Problemen im Werra-Meißner-Kreis - Stadtwerke müssen umstrukturieren.

Werra-Meißner – In Kläranlagen mangelt es an Fällmitteln. Diese werden zur chemischen Reinigung des Abwassers benötigt, bevor das Wasser in die Gewässer gelangt. Der Grund für den Mangel: Wegen der hohen Energiekosten wird weniger Salzsäure produziert. Die Salzsäure bildet die Grundlage zur Herstellung von Eisen und Aluminiumsalzen, welche in Kläranlagen im Werra-Meißner-Kreis zur Bindung von Phosphaten verwendet werden.

Mithilfe von Fällmitteln können die Phosphatgrenzwerte eingehalten werden, ohne diese Mittel müsste das Abwasser mit erhöhten Werten in die Flüsse eingeleitet werden. „Ja, es gibt Lieferschwierigkeiten“, sagt Wolfgang Grunewald, Betriebsleiter Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf. „Wir bekommen das Standard-Fällmittel seit Mitte vergangenen Jahres nicht mehr und mussten wegen der Marktsituation umstrukturieren.“ Die Stadtwerke wechselten daraufhin den Lieferanten und beziehen nun Aluminiumsulfat statt Eisenchlorid. Bei diesem Mittel gäbe es noch keine Lieferschwierigkeiten.

Auch in den Werken in Großalmerode und Hessisch Lichtenau gab es zum Jahresende Probleme bei der Lieferung des Fällmittels. „Wir arbeiten eng mit den Kollegen in Hessisch Lichtenau zusammen und stimmen uns ab“, erklärt Nicola De Sciscio, Klärwärter der Anlage in Großalmerode. Um dem Problem zeitweise zu entgehen, haben sich die beiden Kläranlagen für einen anderen Lieferanten entschieden, der weiterhin Eisenchlorid liefern kann. Wie auch überall anders ist der Preisanstieg bei der Anschaffung von Fällmitteln deutlich zu spüren. „Wir zahlen über 100 Prozent mehr“, sagt De Sciscio.

Im Zentralklärwerk in Eschwege fand durch die Lieferschwierigkeiten ebenfalls eine Umstellung statt. Auch hier wird nun ein anderes Fällmittel genutzt, um den Lieferengpässen zu entkommen, wie Scarlett Grebestein von der Stadtverwaltung Eschwege mitteilt. Das Werk in Eschwege setzt nun Eisenchlorid statt Aluminiumeisensulfat ein.

Wenn es bei den Fällmitteln nicht weiterhin zu Lieferschwierigkeiten kommt, kann der vom Land Hessen vorgesetzte Grenzwert im Werra-Meißner-Kreis eingehalten werden und das Abwasser wird nicht mit erhöhter Konzentration in Werra, Gelster und Wehre eingeleitet. „Anders als andere Bundesländer hat Hessen den Grenzwert noch nicht erhöht“, bemängelt De Sciscio. (Denise Dörries)

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