Hofläden bemerken keinen rückläufigen Trend

Interesse an Wochenmärkten im Kreis sinkt

Werra-Meißner-Kreis. Laut Ernährungsreport kauften 2016 nur noch acht Prozent der Verbraucher auf Wochenmärkten ein - immerhin sechs Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Auch das Interesse am Hofladen beim Bauern ist mit fünf Prozent nur noch halb so groß wie im Vorjahr. Doch wie sieht das im Werra-Meißner-Kreis aus?

Die Wochenmärkte

In Sontra steht derzeit nur ein Wagen, in Witzenhausen um die zehn und auch in der Kreisstadt Eschwege sind es momentan auch nicht viel mehr. „Das liegt daran, dass im Winter generell weniger Standbetreiber kommen“, sagen Monika Wirth von der Stadt Sontra und Sabine Rode, die sich bei der Stadt Witzenhausen um den jeden Freitag stattfindenden Wochenmarkt kümmert. „In den Frühlings- und Sommermonaten kommen dann noch die Blumen- und Erdbeer- sowie Spargelstände hinzu.“ Dennoch kann Rode bestätigen, dass bei den Standbetreibern auf dem seit 1980 stattfindenden Markt in Witzenhausen ein Rückgang zu verzeichnen ist. „Das bekomme ich immer wieder von den Marktbetreibern gesagt.“ Gründe dafür seien fehlende Nachfolger, wenn ein Marktbeschicker zum Beispiel aus Altersgründen aufgebe, aber auch die nachlassende Kundschaft.

Das kann auch Heinz Kuhnsch so bestätigen. Er steht selbst auf dem Eschweger Wochenmarkt, der immer mittwochs und samstags stattfindet, und ist eine Art Bindeglied zwischen den Marktbetreibern und der Stadt Eschwege. „Der Umsatz ist definitiv rückläufig, weil hauptsächlich nur noch die älteren Menschen kommen, die jüngeren aber ausbleiben und lieber im Supermarkt einkaufen gehen.“

Die Hofläden

Nicht bestätigen können die Hofläden den rückläufigen Trend. „Es wird immer mehr regional eingekauft“, sagt zum Beispiel Heike Brüggemann vom Heuhof aus Breitau, „allerdings bieten auch die Supermärkte zunehmend ein regionales Sortiment an, sodass vor allem die jüngere Generation lieber dort einkauft, als zu uns zu kommen.“ Negative Auswirkungen habe das dennoch nicht auf ihr Geschäft.

Reinhard Thies, Betreiber des Öx in Frankershausen, hat sich diese neue Entwicklung zu Eigen gemacht: Während er auf seinem Hof keine regulären Öffnungszeiten hat, sondern die Kunden bei Nachfrage versorgt, gibt er einen Teil seiner Erzeugnisse zum Beispiel in dem Tegut-Lädchen vor Ort ab, „wo die gut nachgefragt werden“.

Und auch Hans-Jürgen Müller von der Hofgemeinschaft Gut Fahrenbach in Witzenhausen kann sich über einen mangelnden Absatz nicht beklagen: „Wir haben entgegen dem bundesweiten Trend vielmehr eine steigende Tendenz.“ Das führt er auch auf das Konzept des Hofladens zurück: „Ab einem bestimmten Einkaufswert liefern wir auch zu unseren Kunden nach Hause - kostenlos.“ (cow/bon)

• Eine Übersicht über die Hofläden im Kreis gibt es im Internet zum Beispiel unter www.hofladen-bauernladen.info

Rubriklistenbild: © Isabelle Fey

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