Vier Unternehmer wollen sich am Werrtalsee bei Schwebda ansiedeln – Parlament entscheidet

Investoren stellen Pläne für Ostufer am Werratalsee vor

So ist der Blick auf den Werratalsee vom Ostufer bei Schwebda: Aktuell konkurrieren vier Investoren und eine touristische Nutzung des Ostufers. Zwei von ihnen planen, hochwertige Gastronomie dort zu etablieren. Archivfoto: Robert Andre
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So ist der Blick auf den Werratalsee vom Ostufer bei Schwebda: Aktuell konkurrieren vier Investoren und eine touristische Nutzung des Ostufers. Zwei von ihnen planen, hochwertige Gastronomie dort zu etablieren.

Eine Koexistenz für eine touristische Nutzung des Werratalsee-Ostufers bei Schwebda schließen zwei der vier Interessenten kategorisch aus. Mit einem klaren Nein reagierten Christian Mehler und Ralf Wiesmann, die als erste ihre Konzepte für eine Bebauung und Nutzung des Ostufers während einer Sitzung vorstellten, auf Nachfrage.

Schwebda - Getagt hatten die drei Ausschüsse der Meinharder Gemeindevertretung im Bürgerhaus von Grebendorf. Die beiden anderen Investoren werden in einer weiteren Sitzung gehört.

Konzept Wiesmann

Gastronomie: Die Grebendorfer Familie Wiesmann will am Ostufer eine Gastronomie errichten, hat das Konzept aber um Übernachtungsmöglichkeiten erweitert. Auf einem Gelände südlich des bestehenden Naturcamps Meinhard will Familie Wiesmann, der das Land dort gehört, eine Gastronomie errichten. In einer „nachhaltigen Architektur“, so Ralf Wiesmann, aus Holz, verglaster Front zum See und einer Außenterrasse. Jeweils für 50 bis 60 Gäste sollen Innenbereich und Terrasse Platz bieten. Errichtet werden soll das Hauptgebäude im Landhaus- oder Chalet-Stil. Der Platzbedarf für das Gebäude umfasst rund 400 Quadratmeter. „Unser Herzstück ist die Gastronomie“, sagte Ralf Wiesmann. Dabei setze man auf Regionalität und Familienfreundlichkeit.

Tiny-Häuser zum Übernachten

 Tiny-Häuser: Um das Restaurant herum sollen mehrere sogenannte Tiny-Häuser entstehen – da sind sehr kleine Häuser, die aber über jeglichen Komfort verfügen und als Übernachtungsmöglichkeit für Touristen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Diese sollen thematisch gestaltet werden – mögliche Themen: Open Flair oder Grimm-Heimat.

 Wohnmobilstellplätze

Wohnmobilstellplätze: Darüber hinaus sollen auf dem Gelände der Familie in einem ersten Schritt zirka 20 Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Dafür müssen weitere Flächen befestigt werden, Stromanschlüsse und Zufahrten hergestellt und ein Sanitärgebäude errichtet werden.

 Zelten im südlichen Bereich

Der südliche Teil des Areals ist landwirtschaftliche Fläche und sei „saisonal“ als Platz für Zelte denkbar, so Wiesmann.

Mögliche Varianten

 Varianten: Das von ihm beauftragte Planungsbüro hat mehrere Varianten für das Ostufer entwickelt – eine weitere sieht mehr Tiny-Häuser, dafür weniger Wohnmobilstellplätze vor, eine dritte eine deutliche Erweiterung der Stellplätze östlich des Naturcamps in Richtung Dorf.

 Baustart und Fertigstellung

Baustart und Jobs: Baustart könnte laut Wiesmann im Sommer 2022 sein, die Fertigstellung peilt er für Sommer 2023 an. Voraussichtlich fünf feste Arbeitsplätze könnten zu Anfang entstehen, 20 weiter Mitarbeiter über geringfügige Beschäftigungsverhältnisse engagiert werden. „Wenn es zehn bis 15 feste Arbeitsplätze werden, würde mich das freuen“, sagte Wiesmann.

Über ein Nebeneinander beziehungsweise Miteinander mit dem Naturcamp Meinhard, für das Rainer Klippert steht, sei man im Gespräch. Ebenso könne man sich eine Zusammenarbeit mit der Investorin Stefanie Oßwald vorstellen.

Konzept Heimathafen von Christian Mehler:

Christian Mehler steht mit seinem Konzept „Heimathafen“ seit zwei Jahren mit der Gemeinde Meinhard und wegen einer Ansiedlung am See in Kontakt. Er will sich mit einer Gastronomie dauerhaft am Werratalsee etablieren. In den vergangenen beiden Jahren hatte Mehler erfolgreich die „Heimatalm“ am Nordufer betrieben – der fliegende Bau wird ab Herbst aber definitiv und dauerhaft nach Katharinenberg in Thüringen zurückkehren. Am Ostufer plant Mehler eine Gastronomie, „die sich an Familien, Wanderer, Spaziergänger, Arbeitskollegen, Vereine und Freunde“ gleichermaßen richtet. Dem Projekt „Ballermann-Tourismus“ vorzuwerfen, sei Rufschädigung und habe auch auf die Heimatalm am Nordufer nie zugetroffen, sagte Mehler.

Gastronomie mit Seeblick

Nördlich, aber ebenfalls in direkter Nachbarschaft des Naturcamps, will Christian Mehler seine Gastronomie errichten. Der eigentliche Strandbereich des Ostufers ist von seinen Plänen nicht betroffen. Das Holzgebäude mit einer Grundfläche – inklusive Terrasse in Seerichtung – solle maximal 700 Quadratmeter umfassen, sei aber flexibel.

Mehler will Rahmenbedingungen von Gemeinde wissen

Auch hier ist eine verglaste Front sowie eine offene Thekenküche geplant. Neben der Tagesgastronomie solle es auch die Möglichkeit für Tagungen bestehen, „In der Region reicht Gastronomie allein nicht aus.“ Mehler, der im Falle eines positiven Votums der Gemeinde auch seinen Firmensitz nach Meinhard verlegen will, drängt aber jetzt nach zwei Jahren auf eine Entscheidung der Gemeinde oder zumindest darauf, dass ihm Rahmenbedingungen für sein Vorhaben genannt werden. „Ich würde mich freuen, wenn wir da jetzt einen Schritt vorankommen“, sagte Mehler am Donnerstag. Sein Konzept hatte er bereits vielfach in Ausschüssen und auch dem Schwebdaer Ortsbeirat vorgestellt, letzterer hatte 2019 einstimmig gegen das Vorhaben votiert.

Mehler sei interessiert, das Grundstück von der Gemeinde zu kaufen, sei aber auch mit einem Erbpachtvertrag zufrieden. Zugleich erklärte er sich bereit, die Pflege und Verantwortung für das Ostufer zu übernehmen. „Das ist der Bereich, den unsere Gäste zuerst sehen“, sagt er. Zugleich will er seinen aktuell 40 freien Mitarbeitern eine berufliche Perspektive bieten. Eine Ergänzung um Übernachtungsmöglichkeiten könne er sich sowohl mit einer weiteren Investorin, die am Ostufer Hausboote installieren will, gut vorstellen, aber auch mit dem Naturcamp. „Für uns geht nur ein Miteinander, es soll Spaß machen“, sagt Mehler. (Stefanie Salzmann)

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