Kein schwimmendes Hotel

Investorin aus Thüringen sagt Engagement am Ostufer des Werratalsees ab

Die zum Teil schlechte Wasserqualität des Werratalsees nennt Investorin Steffi Oßwald unter anderem als Begründung für ihren Rückzug als Investorin für Schwimmhäuser am Ostufer bei Schwebda. Archivfoto: Diana Rissmann
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Die zum Teil schlechte Wasserqualität des Werratalsees nennt Investorin Steffi Oßwald unter anderem als Begründung für ihren Rückzug als Investorin für Schwimmhäuser am Ostufer bei Schwebda. Archivfoto: Diana Rissmann

Für das noch vor wenigen Monaten heiß begehrte Ostufer des Werratalsees springt der nächste Investor ab. Die Investorin Steffi Oßwald will keine Schwimmhäuser am Werratalsee errichten.

Schwebda – Wenige Wochen nachdem Christian Mehler (Betreiber der Heimatalm am Nordufer des Werratalsees) mit seinem Projekt „Heimathafen“ der Gemeinde Meinhard abgesagt hat, ist Oßwald jetzt die nächste Rückzieherin.

Investoren bemängeln den fehlenden Rückhalt aus der Kommune. Seit einer zweiten Präsentation ihres Schwimmhaus-Projektes am 1. Juli dieses Jahres vor Ausschüssen der Gemeindevertretung Meinhard habe es keinerlei Kontakt und Unterstützung vonseiten der Gemeinde, des Bauamtes noch von den unteren Wasser- und Naturschutzbehörden gegeben, schreibt Steffi Oßwald in ihrer Begründung an die Gemeinde Meinhard. Auch von der eigens gegründeten Ostufer-Kommission habe sie nichts mehr gehört.

Die thüringer Unternehmerein wollte am Ostufer mehrere schwimmende Ferienhäuser bauen und über eine Million Euro investieren. Bei ihrer Präsentation im Juli hatte sie zwar gesagt, dass die zum Teil schlechte Wasserqualität des Sees problematisch sei, auf Nachfrage aber seinerzeit geantwortet, dass sie dennoch das Projekt umsetzen wolle. „Im Nachhinein war es meinerseits zu voreilig, zu sagen, dass die Wasserqualität keinerlei Bedeutung hat“, schreibt Oßwald. Das A und O sei tatsächlich die Wasserqualität. „Die Gäste möchten auf dem Wasser wohnen, das Wasser und die Stille genießen und auch die Möglichkeit haben, Wassersport zu betreiben.“ Von den ursprünglich vier Investoren am Ostufer bei Schwebda sind jetzt nur noch das Naturcamp-Meinhard übrig, das dort bereits ansässig ist und die Grebendorfer Familie Wiesmann, der südlich des Naturcamps Land gehört und die dort eine Gastronomie sowie in einem ersten Schritt zirka 20 Wohnmobilstellplätze errichten will. Dafür allerdings müssten weitere Flächen befestigt werden, Stromanschlüssse und Zufahrten gebaut werden. Wer die Kosten dafür tragen soll, ist noch nicht verhandelt.

Im Juli hatte Steffi Oßwald mitgeteilt, dass für sie eine Kooperation mit Christian Mehler und dem Heimathafen in Schwebda nicht in Frage kommt, dafür aber mit dem Projekt Wiesmann als auch mit dem Naturcamp, das Rainer Klippert betreibt, Zusammenarbeit möglich sei.

Wie Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill jetzt bestätigt, soll das Naturcamp-Meinhard jetzt einen Fünf-Jahres-Pacht-Vertrag erhalten. Über das Naturcamp wird unter anderem die Badestelle am Ostufer gepflegt. Bisher waren die Pachtverträge mit dem Naturcamp jeweils auf ein Jahr befristet.

Gegen das Projekt „Heimathafen“ – eine familiennahe Gastronomie am Ostufer hatte es Unterschriftensammlungen aus Schwebda gegeben, der Ortsbeirat hatte sich einstimmig gegen das Projekt gestellt. Auch die SPD-Fraktion im Meinharder Parlament war dagegen. CDU, ÜWG und FDP hatten das Projekt befürwortet. (Stefanie Salzmann)

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