Rehriss weist auf Wolf hin

Jagdpächter beobachtet Wolf rund 400 Meter von der Ortslage von Vierbach entfernt

Wurde bei Vierbach gesichtet: Der Jagdpächter Christoph Arend hat am vorigen Freitag gegen 13 Uhr nahe der Ortslage einen Wolf gesehen. Er vermutet die Anwesenheit des Raubtieres in seinem Revier schon länger.
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Wurde bei Vierbach gesichtet: Der Jagdpächter Christoph Arend hat am vorigen Freitag gegen 13 Uhr nahe der Ortslage einen Wolf gesehen. Er vermutet die Anwesenheit des Raubtieres in seinem Revier schon länger.

Erstmals wurde auch in der Gemeinde Wehretal ein Wolf gesichtet. Am vergangenen Freitag hat der Jagdpächter Christoph Arend ein Tier 400 Meter von der Ortslage Vierbach gesehen.

Vierbach – Der Jäger war am Freitagmittag gegen 13 Uhr mit seinem Hund unterwegs, als er in etwa 150 Meter Entfernung einen Wolf beobachtete. Das Tier sei zügig und schnurgerade unterwegs gewesen. „Es war das typische Bewegungsbild eines Wolfes“, sagte Arend, der ein erfahrener Jäger ist. Ein Foto von dem ziehenden Wolf gelang ihm nicht.

Die Anwesenheit des Raubtieres in seinem Revier bestätigt fand Arends am Sonntagmorgen. Am Samstagabend war Arend auf der Jagd und hatte ein Reh geschossen, das vom Schuss getroffen über ein Feld flüchtete und in einem Graben zusammenbrach. Wegen der Dunkelheit entschied sich Arend, das Tier erst am nächsten Morgen bei Tageslicht zu suchen. Da er es auch mit seinem Hund nicht finden konnte, zog er einen sogenannten Nachsucheführer mit dessen Schweißhund hinzu.

Die beiden Männer entdeckten das verendete Reh aber erst an einer Stelle, die es aufgrund seiner Schussverletzung nach Einschätzung der Jäger selbst nicht mehr hätte erreichen können – nämlich zirka 100 Meter hangaufwärts, ohne, dass es noch eine Blutspur gab. Der Zustand des Kadavers allerdings ließ für Arend und seinen Kollegen nur einen Schluss zu: Ein Wolf hatte das Reh weggeschleppt. „Der Kadaver war wie aus der Decke geschlagen (Fell entfernt), beide Keulen waren sauber rausgefressen“, beschreibt Arend den Kadaver. Fraß durch einen Luchs, Fuchs oder Wildschweine schließt er aus. „Ein Luchs würde die Beute abdecken und verstecken, für Wildschwein und Fuchs war der Fraß zu sauber gearbeitet.“

Aufgrund ihrer Vermutung versucht Arend am Sonntagvormittag das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zu erreichen, vor allem, damit ein Rissgutachter kommt und eine genetisch verwertbare Probe von dem Rehkadaver zu nehmen. Doch in der Wiesbadener Behörde, die in Hessen für das Wolfsmonitoring zuständig ist, läuft nur der Anrufbeantworter. Weder auf eine hinterlassene Nachricht noch auf eine E-Mail von Arend erfolgt eine Reaktion. Bei einem weiteren Anruf am Montagmorgen wird Arends von einer Mitarbeiterin des HLNUG erklärt, dass am Wochenende niemand erreichbar sei und man die Ansage auf dem AB versäumt habe, zu ändern.

Auf Anfrage unsere Zeitung erklärte Susanne Jokisch vom HLNUG, dass das Reh am Montag noch von einem ehrenamtlich arbeitenden Wolfsberater beprobt werden und die Probe später im Referenzlabor Gelnhausen untersucht werden soll. Der Rissgutachter kam zwar am Montag noch, eine Probenentnahme war aber nicht mehr möglich, bestätigt Arend.

Susanne Jokisch verweist darauf, dass es an Wochenenden sinnvoll sei, direkt mit den ehrenamtlichen Wolfsberatern Kontakt aufzunehmen, die das Wolfsmonitoring auch an Wochenenden und Feiertagen unterstützen hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/wolf. (Stefanie Salzmann)

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