25 Jahre Mauerfall: Freude, Gedenken und Mahnung mischen sich im Grenzmuseum

Diskutierten über den Mauerfall: Dr. Reiner Wallmann (v. l.), Dr. Werner Henning, Hildigund Neubert, Eva Kühne-Hörmann und Horst Seidenfaden. Foto: fst

Sickenberg. Die eine vergaß vor lauter Politisieren den Geburtstag ihres Sohnes, der andere kletterte am Brandenburger Tor auf die Mauer - die Thüringer Staatssekretärin Hildigund Neubert (CDU) und Vize-Landrat Dr. Reiner Wallmann (Grüne) waren am Sonntag nur zwei der vielen Besucher im Grenzmuseum „Schifflersgrund", die sich daran erinnerten, wo sie den 9. November 1989 verbracht hatten.

Neubert und Wallmann taten das öffentlich - beim Festakt zum 25 Jahrestag des Mauerfalls, wo sie vor 270 Zuschauern mit Dr. Werner Henning (CDU, Landrat des Eichsfeldkreises), Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden über die Wende diskutierten.

Laut Neubert, in deren Ost-Berliner Wohnung 1989 der „Demokratische Aufbruch“ gegründet wurde, sind noch nicht alle Wunden des DDR-Unrechts verheilt. „Die Trauer der Hinterbliebenen von Maueropfern bleibt bis heute. Das dürfen wir nicht vergessen.“ Der 25. Jahrestag des Mauerfalls sollte vor allem ein Tag der Freude sein, sagte Kühne-Hörmann: „Er zeigt aber auch: Es ist nicht selbstverständlich, in einem Rechtsstaat zu leben.“

Für Henning war der Beitritt zur Bundesrepublik auch aus heutiger Sicht richtig. „Die DDR hatte keine Kraft, ein neues System durchzudiskutieren.“ Vielmehr habe man zunächst mit praktischen Problemen kämpfen müssen, erinnerte sich Henning schmunzelnd an den „Wessi“-Andrang auf Eichsfelder Wurst. Angesichts der Debatten um die Thüringer Linken plädierte Wallmann dafür, das demokratische Wahlergebnis zu akzeptieren. „Irgendwann muss man eine Partei an ihren Inhalten messen und nicht an ihrer Vergangenheit.“ Von Friederike Steensen

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Bilder des Festakts

Festakt zum Jahrestag des Mauerfalls im Grenzmuseum Schifflersgrund

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