Bauarbeiten in den Straßen der Allendorfer Altstadt sind bis Nikolaus abgeschlossen

Für 100 Jahre ist Ruhe

Letzte Vorbereitung vor dem Asphaltieren: Die Arbeiten in der Ackerstraße stehen vor dem Abschluss, ab Freitag werden Trag- und Deckschichten eingebaut. Foto:  Forbert

Bad Sooden-Allendorf. Zu Nikolaus wird, wenn nicht noch Unvorgesehenes die Sache verzögert, die Altstadt von Allendorf wieder baustellenfrei sein – nach drei Jahren und drei Monaten. Das ist etwas länger als ursprünglich vorgesehen, aber während der Erntefeste waren alle Baustellen so hergerichtet worden, dass der Festzug die Straßen passieren konnte.

Im September 2011 begannen die Stadtwerke Bad Sooden-Allendorf mit dem Erneuern von Abwasserkanälen und Wasserleitungen, die vermutlich aus dem Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg stammten. Dabei überprüften sie auch gleich die Stromleitungen, wobei die Hälfte der Hausanschluss-Mufen wegen Schäden ausgetauscht wurden.

Rechnungen kommen noch

In drei Bauabschnitten wurde im Untergrund von Ackerstraße, Am Plan, Enge Gasse, Neuer Markt, Oberste Straße, Schulzengasse, Schusterstraße sowie teilweise auch von Hohlgasse und Weberstraße gearbeitet. 3,1 Millionen Euro wurden investiert, weitere rund 500 000 Euro für Planung und Beweissicherung ausgegeben. Und die Gaswerke steckten ebenfalls 320 000 Euro in den Austausch von Gasleitungen. Die Straßen wurden dann wieder hergestellt, nicht aber ausgebaut, weil die Stadt sich nicht beteiligte.

Den ersten Anliegern (von oberster Straße und Schulzengasse) werden die Rechnungen voraussichtlich noch im ersten Quartal 2015 ins Haus flattern. Die Abrechnung für die anderen Straßen könnten womöglich auch noch im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Denn es wurden nicht nur die Kanäle und Leitungen ausgetauscht, sondern auch die Hausanschlüsse erneuert. Die Hauseigentümer müssen die Kosten für das Stück vom Kanal bis zum Hausanschluss tragen. Bei der Wasserleitung müssen sie nur bezahlen, was auf dem eigenen Grundstück erneuert wurde, in der Regel also Installationen hinter der Bohrung in den Keller.

Um die Kosten zu minimieren, aber auch die historischen Keller zu schützen, wurden die Straßen mit Flüssigboden aufgefüllt. So konnte auf das Abdichten durch Stampfen bis in zwei, drei Meter Tiefe verzichtet werden, erläuterte Diplom-Ingenieur Klaus-Peter Oldeland, der als Tiefbau-Techniker bei den Stadtwerken für die Baustellen-Koordination zuständig war.

Rohre aus Kunststoff

Er betreute auch die Erneuerung von Kanal und Wasser in den Straßen Ringgau, Rathofstraße und Waldisstraße sowie im Bereich Hinter der Mauer, die bereits abgeschlossen ist und zusammen 1,44 Millionen Euro kostete. „Damit ist Allendorf vorerst fertig“, bilanziert Oldeland nach fast zehnjährigem Austausch von Ver- und Entsorgungsrohren.

Die sollen übrigens, weil aus thermoplastischen Kunststoff bestehend und zusammengeschweißt worden, mindestens 70, wenn nicht gar 100 Jahre halten. (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.