Zum Jahresende sind Menschen in Spenden-Laune

Viele gemeinnützige Organisationen im Werra-Meißner Kreis profitieren vom Trend

Zu Weihnachten sind viele großzügig: Laut dem Deutschen Spendenrats und der Gesellschaft für Konsumforschung spendeten die Deutschen im Dezember 2015 mit 1,07 Milliarden Euro doppelt so viel wie im Vormonat, als „nur“ 574 Millionen Euro zusammenkamen. Dieser Trend zeigt sich im Kleinen auch im Werra-Meißner-Kreis.

„2015 haben wir 32 Prozent unser Spenden zwischen Mitte November und Silvester bekommen“, sagt etwa Harald Germandi vom Verein „Elternhaus für das Krebskranke Kind“. Man müsse daher mit dem Geld gut haushalten, um die acht Mitarbeiter und die Kosten des Hauses in Göttingen zahlen zu können.

Auch Margot Furchert, Leiterin der Eschweger Tafel, bekommt vor Weihnachten mehr Geld- und Sachspenden. „Viele fragen, was wir brauchen“, sagt Furchert, die dann haltbare Produkte wie H-Milch, Nudeln, Reis, Mehl und Zucker nennt. Im Januar gebe es oft sehr wenige private Spenden, auch die Läden können nicht viele Lebensmittel abgeben. „Dann bin ich froh, wenn ich noch Sachen im Lager habe.“

Beim Missionswerk „Frohe Botschaft“ mit Sitz in Großalmerode beobachtet Hartmut Krause ebenfalls mehr Freigiebigkeit. Er sieht dafür drei Gründe: Die Tradition des Schenkens und das für viele zusätzliche Weihnachtsgeld. „Zudem überblicken die Menschen ihre Ausgaben übers Jahr und wissen, ob sie sich eine Spende leisten können.“

Wenig Schwankungen im Spendenaufkommen bemerkt dagegen der Tierschutzverein Eschwege. Etwas steige das Aufkommen schon, sagt Vorsitzende Gudrun Schmidt. „Echte Tierfreunde denken aber das ganze Jahr ans Tierheim.“ Ähnlich ist es beim DRK-Kreisverband Witzenhausen.

Hier sei das Spendenauf-kommen über die freiwilligen Mitgliedsbeiträge gleichmäßig verteilt, so Vorsitzender Jürgen Vogelei. Es steige nur bei großen Katastrophen wie dem Erdbeben von Nepal 2015 oder der Flüchtlingskrise.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/picture alliance

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