Kinder-Uni startete mit einer Mitmach-Vorlesung der Chemie ins 22. Semester

Jeder Knall ein Lerneffekt

Lernspaß für Kinder: Bei allen Fragen des Professors schnellten unzählige Hände in die Luft, um Wortbeiträge anzumelden.

Göttingen. „Ihr schreit jetzt alle, so laut ihr könnt. Und zwar für genau eine Sekunde“, begrüßt Prof. Dr. Thomas Waitz etwa 370 Chemie-begeisterte Jungen und Mädchen in der ersten Vorlesung der Kinder-Uni dieses Semester in Göttingen. „Danach brauchen wir für die Versuche absolute Konzentration.“ – Die Generalprobe klappte. Beim ersten Experiment konnte man im Raum eine Stecknadel fallen hören.

Beim Experiment, Natrium und andere Alkalimetalle anzuzünden, wurde es brandgefährlich. Drei mutige Nachwuchs-Chemiker setzten voller Erwartungen ihre Schutzbrillen auf. Ein kurzes Tuscheln zwischen ihnen und dem Professor. Dann ging es los: Abwechselnd tippte er seinen Assistenten auf die Schulter; die Kinder sprühten daraufhin drei verschiedene in Wasser gelöste Alkalimetalle in ihre Bunsenbrennerflamme.

Neidische Blicke erntete Dennis, der ausprobieren durfte, ob Gummibärchen brennen. Er entschied sich für ein gelbes Bärchen, das sein Leben in geschmolzenem Kaliumchlorat lassen musste.

Belohnt wurde Dennis dafür mit einem hellen Glühen im Reagenzglas und einem hörbaren Brummen des gegrillten Gummibären. Auch die anschließenden Explosions-Experimente entlockten den Kindern anerkennende Oh-Rufe – vor allem die Knallgas-Versuche mit drei Luftballons.

„Achtung, jetzt wird es noch lauter“, warnte Waitz vor dem Anstechen des letzten Ballons, der mit Helium gefüllt war. Reflexartig hielten sich einige Dutzend Schüler die Ohren zu. Doch alles, was zu hören war, war ein dumpfes „Plopp“ gefolgt vom Gelächter der etwa 370 Kinder-Uni-Teilnehmer. Denn Helium reagiert – wie die Schüler nun wissen – nur sehr träge.

Von Jasmin Paul

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