Entscheidung der Vernunft

Kirmes Jestädt: Traditionelles Dorffest wird auf 2023 verschoben

In den Jestädter Weinbergen: Das Kirmesteam 2020 mit (hinten von links) Lucas Zeuch, Henrik Meister, Benjamin Jahn, Christian Hahn, Dominik Weerkamp. Mittlere Reihe von links: Matthias Eisenhuth, Noa Schmidt und Frank Scholze. Vorne von links: Thomas Reichelt und Jörg Zeuch. Das Bild entstand vor Ausbruch des Coronavirus.
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In den Jestädter Weinbergen: Das Kirmesteam 2020 mit (hinten von links) Lucas Zeuch, Henrik Meister, Benjamin Jahn, Christian Hahn, Dominik Weerkamp. Mittlere Reihe von links: Matthias Eisenhuth, Noa Schmidt und Frank Scholze. Vorne von links: Thomas Reichelt und Jörg Zeuch. Das Bild entstand vor Ausbruch des Coronavirus.

Traditionellerweise findet alle drei Jahre in Jestädt ein zünftiges Kirmesfest statt. 2020 musste es schon ausfallen. 2023 ist jetzt der neue Termin.

Jestädt – In Jestädt ist es 2005 zur Tradition geworden, alle drei Jahre ein zünftiges Kirmesfest zu feiern. Die zehn Kirmesburschen von 2020 wurden aufgrund der Coronapandemie gestoppt. Auch der Versuch, das Dorffest um ein Jahr auf die Tage vom 15. bis zum 20. Juli zu verschieben, ist mittlerweile gescheitert. Jetzt waren sie konsequent und haben die sechste Auflage im Drei-Jahres-Rhythmus abgesagt und auf 2023 verlegt.

„Die Absage ist eine Entscheidung der Vernunft, weil nach unserer Vorstellung zu einer gelungenen Kirmes Tanz, Blasmusik, Bratwurst, Bier und ausgelassene Stimmung gehören wie auch der Trubel auf dem Festplatz mit einem Vergnügungspark“, begründet Matthias Eisenhuth das einstimmige Votum seiner neun weiteren Mitstreiter. Jörg Zeuch, der Senior im Team, der schon 2011 zum Kreis der damals neun schon etwas ergrauten Ausrichter gehörte, bringt es auf den Punkt: „Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, dieses wunderschöne Kirmesgefühl unseren Einwohnern uneingeschränkt zu vermitteln. Und genau deshalb haben wir uns schweren Herzens geeinigt, die Kirmes erst in zwei Jahren zu feiern.“

Natürlich kam im Dorf die Frage auf, warum erst 2023 und nicht schon 2022? Dominik Weerkamp beantwortet sie: „Wir konnten zwar die bestehenden Verträge mit Kapellen, Schaustellern oder Spielmannszügen nahtlos auf 2021 übertragen, aber leider für 2022 nicht eins zu eins übernehmen.“ Das heißt: Neue Verhandlungen müssen geführt werden, was Zeit in Anspruch nimmt.

Das Motto der sechs Julitage 2020 bleibt: „100 Jahre Sport für Jestädt, ein bewegtes Jahrhundert“. Es ist dem örtlichen Turn- und Sportverein gewidmet, der sein 100-jähriges Bestehen wenigstens zum Teil hat feiern können. Auch an die Maxime von 2017 haben sie sich erinnert, als es hieß „Jung und Alt, ein starker Zusammenhalt“, „weil dieser Leitspruch unsere Dorfgemeinschaft auszeichnet“, erklärt Benjamin Jahn. Gefeiert wurde vom 27. Juli bis 1. August. Warum weichen sie vom ursprünglichen Wochenende ab? „Ganz einfach“, konstatiert Noa Schmidt, „wir haben einen Bogen um die Sommerferien gemacht, weil auch die Kinder zur Kirmes und nicht in die Schule gehören.“ Am Ende steht eine Bilanz, die sich auf sechs Orga-Jahre beläuft: „Das haben wir uns am Kirmesmontag 2017 natürlich nicht so vorgestellt, aber es spricht für uns, wir sind nämlich nun die Kirmes-Dauerbrenner, auf die erneut ein Vertragsmarathon wartet“, schmunzelt Matthias Eisenhuth beim WR-Gespräch.

Fest steht, dass der Feiertaumel mit einem zweitägigen Aufgalopp am 1. und 2. Oktober 2022 beginnt. Der traditionelle Bierdeckel wird erst beim Frühschoppen am Montag, 31. Juli 2023, durchs Zelt kreisen, um die Kirmesburschen für 2026 zu ermitteln. Und dann heißt es wieder: „Wo die Werra schlängelt sich in ihrem Bett, wo die Menschen sind so lieb und nett, da ist unsere Heimat, da ist Jestädt.“ (Von Harald Triller)

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