Keine Not an Sozialwohnungen

Jobcenter: Günstiger Wohnraum ist im Kreis ausreichend vorhanden

Eine Not an Sozialwohnungen gebe es laut Jobcenter und die Kreisverwaltung im Werra-Meißner-Kreis nicht.
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Symbolbild: Eine Not an Sozialwohnungen gebe es laut Jobcenter und der Kreisverwaltung im Werra-Meißner-Kreis nicht.

Die Befürchtung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), im Werra-Meißner-Kreis gebe es eine Not an Sozialwohnungen, teilen Jobcenter Werra-Meißner und die Kreisverwaltung nicht.

Werra-Meißner – Die eher moderate Nachfrage nach günstigem Wohnraum treffe auf ein ausreichendes Angebot, heißt es nach einer Anfrage unserer Zeitung beim Jobcenter Werra-Meißner und der Kreisverwaltung. Robert Feiger, Vorsitzender der IG Bau hatte vor einer neuen Sozialwohnungsnot durch die Coronakrise gewarnt. Durch Kurzarbeit, Entlassungen und den Wegfall von Minijobs werde die Zahl einkommensschwacher Haushalte deutlich steigen. Insbesondere der Bedarf an Sozialwohnungen werde wachsen. Und das, obwohl es schon seit Jahren einen enormen Nachholbedarf gebe, so Feiger.

„Im Vergleich mit dem Ballungsraum Frankfurt am Main kann die Situation auf dem Wohnungsmarkt im Werra-Meißner-Kreis als entspannt bezeichnet werden“, sagt Dieter Vock, Geschäftsführer des Jobcenters Werra-Meißner. Nicht nur private Vermieter würden günstigen Wohnraum anbieten. Auch die örtlichen Wohnungsbaugesellschaften und Wohnungsgenossenschaften sorgten dafür, dass die Kunden des Jobcenters nicht allzu lange suchen müssten, bis sie günstigen und passenden Wohnraum finden würden, so Vock.

3025 Bedarfsgemeinschaften im Landkreis würden monatlich Kosten bei der Unterkunft und der Heizung gewährt. Im Rahmen seines Beratungsauftrages unterstütze das Jobcenter bei der Wohnungssuche, das beschränke sich aber darauf, den Kunden eine „zielführende Suchsystematik“ zu vermitteln.

31 718 Gebäude gibt es laut dem Hessischen Statistischen Landesamt im Werra-Meißner-Kreis (Stand 31. Dezember 2019). Auf diese Bauten verteilen sich insgesamt 52 201 Wohnungen. Die bevorzugte Wohngebäudeform im Werra-Meißner-Kreis ist laut der Statistikbehörde das Einfamilienhaus, 21 749 gibt es davon. Ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen, 6863 gibt es im Landkreis. Danach folgen Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen (3018). mmo

Staatlich geförderten Wohnungsbau gibt es im Werra-Meißner-Kreis gegenwärtig nicht, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Für den sozialen Mietwohnungsbau und der Modernisierung von sozialen Mietwohnungen gebe es zwar jährliche Landesförderprogramme. Diese seien aber in den vergangenen 15 Jahren nicht in Anspruch genommen worden. „Bei der jährlichen Umfrage für wohnungssuchende Haushalte wird von den Städten und Gemeinden überwiegend Fehlanzeige gemeldet“, so Klinge zur Notwendigkeit von Neubauten.

Die IG Bau macht auf einen aus ihren Augen weiteren Missstand aufmerksam: Immer mehr Senioren – aber auch genug altersgerechter Wohnraum?

Im Werra-Meißner-Kreis könnte die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind, bis zum Jahr 2035 auf 29.600 anwachsen – das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Bevölkerung läge dann bei 33 Prozent (2017: 25 Prozent). Darauf hat die IG Bau hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine Demografie-Prognose des Cima-Instituts für Regionalwirtschaft – und fordert mehr Anstrengungen bei der Schaffung seniorengerechter Wohnungen: „Lift statt Treppe, breitere Türen für Rollator und Rollstuhl, barrierefreie Duschen – nur ein kleiner Teil der Wohnungen im Landkreis ist für die rasant wachsende Generation Ü65 geeignet. Das muss sich ändern“, sagt Klaus Michalak, Bezirksvorsitzender der IG Bau Nordhessen. (Maurice Morth)

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