Ruine ist Touristenmagnet

Jubiläum: Burg Hanstein ist seit 25 Jahren wieder zugänglich

Warten auf die Freigabe: Eine Menschenmenge hatte sich am 20. Januar 1990 auf dem Weg zum Hanstein versammelt. Fotos: Keller

Burg Hanstein. 25 Jahre nach dem Fall der Grenze hat sich die Burgruine Hanstein zu einem wichtigen Touristenmagnet der thüringisch-hessischen Region entwickelt.

Doch für die Vermarktung soll noch mehr geschehen. Der Zwei-Burgenblick (Hanstein/Ludwigstein) ist sogar in Fernost bekannt.

Jahrzehntelang träumten die Menschen im Werratal davon, einen Blick in die Mauern der Burgruine Hanstein werfen zu können. In der DDR-Sperrzone gelegen, war sie so nah, aber doch unerreichbar.

Das änderte sich mit dem 20. Januar 1990, als unterhalb der Burg ein Trassierband durchschnitten wurde: Der Weg zum Hanstein war wieder frei, auch wenn der Übergang zunächst nur an Wochenenden geöffnet wurde. Zunächst war er nur für Fußgänger geplant, erinnert sich Werleshausens Ortsvorsteher Klaus-Dieter Hagedorn. Dem unermüdlichen Einsatz seines Vorgängers Horst Raacke sei es zu verdanken, dass der Hanstein und die Gemeinde Rimbach-Bornhagen wieder mit Autos erreicht werden konnte.

In den ersten Monaten und Jahren, so sieht es auch der heutige Bürgermeister der Eichsfeld-Gemeinde, Mario-Paul Apel, wurde die bedeutendste mittelalterliche Burganlage von Touristen überrollt. Doch das legte sich bald.

Mehr Infos zur Burg Hanstein gibt es im HNA-Regiowiki.

Zwar gab es intensive Bemühungen, die nötige Infrastruktur (Straßen, Parkplätze, Wanderwege, Schilder) zu schaffen, doch der große Durchbruch ließ auf sich warten. 2014 zählte die Gemeinde als Rechtsträger der Burg 30 000 zahlende Besucher innerhalb der Gemäuer. Doch, so Apel, viele Busse fahren nur auf dem Kammweg, und nach einem kurzen Foto-Stopp geht es wieder zurück ins Werratal oder ins Eichsfeld. Deshalb sind Zahlen über die Besucher in der Region Hanstein/Teufelskanzel reine Spekulation. Immerhin verzeichnete allein das Wurst- und Hausschlachtermuseum beim Klausenhof 25 000 Besucher. Das historische Gasthaus ist gastronomischer Dreh- und Angelpunkt.

Die Frage, ob der Hanstein im Eichsfeld wichtigstes Touristenziel sei, relativiert sich für Apel: „Eines der wichtigen Ziele.“ So ziehe die Wallfahrtskapelle Etzelsbach (Ziel von Papst Benedikt XVI. im September 2011) immer noch stark. Anders gesagt: Am Hanstein hätte mehr geschehen können. Die meisten Besucher kommen nach den Beobachtungen von Apel aus den alten Bundesländern, die historischen Bindungen zur Uni-Stadt Göttingen wirken bis heute nach.

Auch Werleshausens Ortsvorsteher Hagedorn kennt alte Bildpostkarten, die für Sommerfrische in Bornhagen-Rimbach werben - mit der Angabe „Bahnstation Werleshausen“. Man habe das Ziel, einer Wiedereröffnung des Haltepunktes, gemeinsam mit dem NVV, nicht aufgegeben.

Den Hanstein als Touristenziel verinnerlicht hat Claudia Krabbes, Geschäftsführerin der Werratal-Touristik in Eschwege: „Unvorstellbar, dass der Hanstein nicht erreichbar ist.“ Es gebe zwar keine gemeinsamen Projekte, aber Werbeanstrengungen, bei der Verwaltungsgrenzen keine Rolle spielen. Für Veranstaltungen auf den beiden Burgen wird in Thüringen und Hessen geworben - vom Mittelalterfest bis zum Adventsmarkt.

Hintergrund: Burg als Drehort für Filme

Manuela Röhrig (Heimatverein Hanstein-Bornhagen) verweist darauf, dass der Hanstein ein beliebtes Medienthema ist: Hier drehten viele Sender - vom ZDF-Fernsehgarten bis zum ARD-Morgenmagazin. Und die Mauern waren im Jahr 2013 auch Kulisse für den „Medicus“-Spielfilm, der kurz vor dem Jahreswechsel als Zweiteiler zur besten Sendezeit im Ersten lief. (wke)

Wie DDR-Oberstleutnat Friedrich Menzel den Weg zur Burg freigab, lesen Sie, liebe Leser, in der gedruckten Dienstagausgabe.

Von Werner Keller 

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