Tabak, Bier und SVR

Jürgen Beck feiert am 25. Sepember seinen 80. Geburtstag

Jürgen Beck feiert am  Samstag seinen 80. Geburtstag: Der Motor des SV Reichensachsen läuft auch nach 60 Jahren noch immer auf Hochtouren. foto. harald triller
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Jürgen Beck feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag: Der Motor des SV Reichensachsen läuft auch nach 60 Jahren noch immer auf Hochtouren.

„Das Gestern ist Geschichte, das Morgen ein Rätsel, das Heute ein Geschenk“, ist sein Moitto. Das Reichensächser Urgestein Jürgen Beck wird heute 80 Jahre alt.

Reichensachsen – Er ist ein echter Kerl, der ganz einfach in die Welt passt. Er staunt oft über das theoretische Wissen von Leuten, ihm persönlich sind aber Menschen, die ihr Wissen auch in die Tat umsetzen, wichtiger. Und genau diese Prämisse beherzigt Jürgen Beck aus Reichensachsen, dem es bestens gelungen ist, den beruflichen Weg mit dem für ihn so wichtigen Sport zu verknüpfen.

Und wenn er am kommenden Samstag seinen 80. Geburtstag feiert, werden ihm sicher viele Gratulanten die Ehre erweisen und ihm zu verstehen geben, wie sehr sie ihn und allen voran sein ehrenamtliches Engagement schätzen. Seinen runden Geburtstag stellt er unter ein ganz besonderes Motto, das Pfarrer Dirk Panke anlässlich der diamantenen Konfirmation von Jürgen Beck zum Ausdruck brachte: Dieses Geschenk lebt er jeden Tag aufs Neue.

Spannender Lebenslauf

Jürgen Beck, der am 25. September 1941 als Sohn eines Tabakwaren-Großhändlers in Reichensachsen geboren wurde, sagt selbst von sich, dass sein Leben spannend verlaufen sei. Nach seiner Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann in der Tabakbranche mit späterer Ausbildung zum Handelsfachwirt und Marketingexperte hat er als Selbstständiger im Geschäftsbereich Tabak- und Süßwaren einen sehr guten Ruf genossen.

Aber die Steigerung sollte 1978 mit der Anstellung bei der Eschweger Klosterbrauerei folgen: „Das war für mich quasi eine Berufung, ja, ein Arbeitsplatz, der mir auf den Leib geschneidert war. Für das traditionsreiche Familienunternehmen als leitender kaufmännischer Mitarbeiter tätig zu sein, war für mich überwältigend“, erinnert sich Jürgen Beck, der nicht nur durch die Brauerei bekannt wie der berühmte bunte Hund ist, sehr gerne an die Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989: „Als erste westdeutsche Brauerei lieferten wir große Mengen an Klosterbier schon vor Weihnachten nach Thüringen“, schwärmt das Verkaufsgenie auch von den unvergessenen Oldie-Veranstaltungen der Klosterbrauerei, die Stars wie Chris Andrews, die Lords, Middle of the Road, Dave Dee oder Ted Herold aufs Werdchen lockten.

Bereits 1981 gründete Jürgen Beck den „Skatclub AKE“, der viele Jahre erfolgreich in der Bundesliga spielte und auch heute noch besteht. Am 30. Juni 2006 endete mit dem Eintritt in den Ruhestand die Ära des Prokuristen und Verkaufsleiters mit einer grandiosen Abschiedsfeier, seine geliebte Blasmusik durfte nicht fehlen.

Gut besuchte Vorträge

Ganz lösen konnte er sich aber nicht von der Klosterbrauerei, denn in Verbindung mit dem Eschweger Geschichtsverein hat Jürgen Beck gut besuchte Vorträge über Traditionsgaststätten in Eschwege und Reichensachsen gehalten hat; wobei die Kunst des Bierbrauens auch nicht zu kurz kam.

Das zweite Leben des Jürgen Beck gehört noch heute dem Sport. Mit acht Jahren hat er sich 1949 dem SV Reichensachsen mit den Aktivitäten im Turnen, der Leichtathletik und beim Hand- und Fußball angeschlossen. Mit nur 19 Jahren gehörte er 1960 zu den Gründern der Tischtennisabteilung.

Und diese Sportart fesselt ihn noch heute: „Ich war über 50 Jahre aktiver Spieler, davon 30 Stammkraft in der ersten Mannschaft“, spricht Jürgen Beck, der die Sparte auch viele Jahre führte, mit Stolz über diese außergewöhnliche Leistung. Unzählige Erfolge bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften konnte er auf sich vereinen, auch als Tischtennis-Kreiswart und im Rechtsausschuss übernahm er Verantwortung. Apropos Verantwortung: Von 1960 an gehörte er bereits dem Hauptvorstand des SVR an und seit 1983 ist er bis in die Gegenwart Vorsitzender des Gesamtvereins; eine beispiellose Karriere.

Viele weitere positive Eigenschaften zeichnen Jürgen Beck aus. 1994 zählte er zu den Initiatoren der Partnerschaft mit Gant in Ungarn und organisiert seither Fahrten in die Partnergemeinde oder das Programm bei Gegenbesuchen in Wehretal.

Liebe zur Historie

Großes Interesse finden bei ihm historische Erzählungen, wobei er sich selbst mit Beiträgen in den Eschweger Geschichtsblättern und der FWS-Zeitschrift „Alte Penne“ einbrachte oder an der Gestaltung des Eschweger Lexikons mitwirkte. Auch bei der Einrichtung des Archivs in der Gemeindebücherei, wo viele eigene Recherchen von ihm zu finden sind, war er eine Triebfeder.

Klar, dass neben vielen sportlichen Auszeichnungen die Ehrennadel der Gemeinde Wehretal und der Ehrenbrief des Landes Hessen die Verdienste von Jürgen Beck widerspiegeln. Und der Motor vom SV Reichensachsen läuft auch nach über 60 Jahren Vorstandsarbeit auf Hochtouren.

Feier im Sportlerheim

Wer Jürgen Beck zum Ehrentag gratulieren möchte, der ist in der Zeit von 10.30 bis 15 Uhr gern gesehener Gast im Vereinsheim des SVR am Sportplatz. „Geschenke erwarte ich nicht, alles, was ich zum Leben benötige, habe ich bereits. Wenn es dennoch sein sollte, freue ich mich über etwas, was ich gemeinnützig verwenden kann.“ Er bittet alle Gäste um Einhaltung der vorgegebenen Hygieneregelungen. (Harald Triller)

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