Einsatzkräfte und Demonstranten zeigen sich an

Nachspiel für Markt-Tumult - Demonstranten verglichen Masken mit Folterinstrumenten

Ort der Auseinandersetzung: Der Eschweger Wochenmarkt war am 21. November vorigen Jahres Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen Polizei, Ordnungsamt und Gegnern der Coronaeinschränkungen.
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Ort der Auseinandersetzung: Der Eschweger Wochenmarkt war am 21. November vorigen Jahres Schauplatz einer Auseinandersetzung zwischen Polizei, Ordnungsamt und Gegnern der Coronaeinschränkungen.

Die Ereignisse vom 21. November vorigen Jahres auf dem Eschweger Wochenmarkt werden wohl ein juristisches Nachspiel haben.

Eschwege - Gegen einen Eschweger Polizeibeamten sowie einen Mitarbeiter des Eschweger Ordnungsamtes haben zwei Personen Anzeige wegen Körperverletzung im Amt beziehungsweise gegen den Ordnungsamtsmitarbeiter wegen Sachbeschädigung erstattet. Das bestätigte der Sprecher des Polizeipräsidium Werra-Meißner, Alexander Först, auf Anfrage unserer Zeitung.

An dem Samstagvormittag hatte eine Gruppe von fünf Personen, vier Frauen und ein Mann, während des Wochenmarktes in Eschwege Flyer verteilt, auf denen sie die Maskenpflicht mit unter anderem Folterinstrumenten und Maulkörben für Sklaven verglichen.

Die Aktivisten selbst trugen ebenfalls keine Mund-Nase-Bedeckung, obwohl zu dem Zeitpunkt bereits Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt galt. Außerdem weigerten sie sich auch nach Aufforderung durch Ordnungsamt und Polizei, einen Atemschutz anzulegen. Es kam zu tumultartigen Szenen.

Beweismaterial wird an die Staatsanwaltschaft Kassel übermittelt

Die bisherigen Ermittlungen gegen den Eschweger Polizeibeamten und den Ordnungsamtsmitarbeiter aufgrund der Anzeige habe bisher die Polizeidienststelle in Sontra geführt, so der Polizeisprecher. „Fast alle, die an dem Vorfall im November beteiligt waren oder als Zeugen befragt wurden, haben sich inzwischen eingelassen“, sagte Först.

Im Fall des Eschweger Polizeibeamten sei die zuständige Dienststelle für sogenannte Amtsdelikte in Kassel involviert. Das gesammelte Material inklusive der Auswertung von Fotos und Videos von den Ereignissen werde voraussichtlich Ende dieser Woche an die Staatsanwaltschaft in Kassel übergeben.

Bei dem Vorfall am 21. November sollen sich die fünf Personen gegenüber dem Ordnungsamt nicht nur geweigert haben, Masken aufzuziehen, sondern auch Angaben zu ihren Personalien zu machen. Erst als Beamte der Polizeistation Eschwege eintrafen, gaben vier der Personen nach, erklärte Polizeisprecher Jörg Künstler seinerzeit.

Frau habe sich auf den Boden geschmissen

Die fünfte Teilnehmerin verweigerte ihre Personalien weiterhin und wollte weglaufen. Daraufhin wurde sie festgehalten, die anderen Teilnehmer eilten ihr zur Hilfe, wurden daran aber durch Ordnungsamt und die Polizei gehindert.

Ein Augenzeuge der Szene (Name ist der Redaktion bekannt), schildert die Ereignisse so: Die Frau sei weggelaufen und habe sich plötzlich auf den Boden geworfen und mehrfach laut um Hilfe geschrien, obwohl sich niemand in ihrer unmittelbaren Nähe befunden habe. Zuvor habe ein Polizeibeamter sie aufgefordert, ihm ihr Handy auszuhändigen.

Der habe lediglich mit Worten versucht, die Frau zur Herausgabe des Gerätes zu bewegen. Zuvor habe die Frau, die sich dann später zu Boden geworfen hatte, versucht, eine Sperrung von Mitarbeitern des Ordnungsamtes zu durchbrechen, indem sie immer wieder gegen den Mitarbeiter angesprungen sei. Der habe die Frau mit ausgebreiteten Armen nur mit seinem Körper abgewehrt. „Die Einsatzkräfte haben sich absolut korrekt verhalten“, so der Zeuge.

Anzeigen waren für Auskunft nicht zu erreichen

Nach dem Vorfall hatte das Eschweger Ordnungsamt gegen die Beteiligten Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen sowie wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und das Infektionsschutzgesetz erstattet.

Die beiden Personen, die die Anzeigen gegen den Polizisten und den Ordnungsamtsmitarbeiter gestellt haben, waren für eine Auskunft beziehungsweise Darstellung ihrer Sicht für die Redaktion bisher nicht zu erreichen. (Stefanie Salzmann)

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