Einmal um die Welt nach Vierbach

Katharina Dillling ist neue Ortsvorsteherin von Wehretals kleinstem Ortsteil

In Vierbach aufgewachsen: Eventmanagerin und Landwirtin Katharina Dilling.
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In Vierbach aufgewachsen: Eventmanagerin und Landwirtin Katharina Dilling.

Katharina Dilling ist neue Ortsvorsteherin von Vierbach. Die 42-Jährige Landwirtin eines Bio-Betriebes hat einiges von der Welt gesehen - in einem Leben als sie noch Hotelfachfrau und Eventmanagerin war.

Vierbach – Katharina Dilling war mit ihren Lebensplänen ganz woanders, als ihre Eltern sie 2010 in Fulda besuchten und fragten, ob sie nicht mit ihrem Mann die elterliche Landwirtschaft übernehmen wolle. Die gelernte Hotelfachfrau und inzwischen Eventmanagerin, die in Irland, Südafrika, der Schweiz und Berlin lebte und arbeite – damals Anfang 30 – schlug ein.

Sie kehrte in ihr Heimatdorf Vierbach zurück und begann mit ihrem Mann, einem Betriebswirtsschaftler, gemeinsam mit 17-jährigen Schulabgängern die Schulbank zu drücken – als Lehrlinge für Landwirtschaft.

Mittendrin wird ihre erste Tochter geboren und ihre Schwester Julia umrundet während Katharina Dillings Zwischenprüfung das Schulhaus mit dem Neugeborenen. Heute führt die 42-Jährige nicht nur einen Bio-Ackerbaubetrieb in Vierbach, sondern ist seit Kurzem auch neue Ortsvorsteherin von Wehretals kleinstem Ortsteil.

„Ich bin im Dorf immer herzlich willkommen gewesen und habe es nie bereut, dass wir hierher zurückgekommen sind – jetzt kann ich dem Dorf was zurückgeben.“ 

Katharina Dilling

„Ich bin im Dorf immer herzlich willkommen gewesen und habe es nie bereut, dass wir hierher zurückgekommen sind – jetzt kann ich dem Dorf was zurückgeben“, sagt die Mutter zweier fünf und achtjähriger Mädchen und Enkelin einer inzwischen 90-jährigen Großmutter. „Ich kenne jetzt alle Generationen, ich mache es gern und jetzt weiß ich auch, wo es drückt im Ort – wann also wenn nicht jetzt.“

Neue Ortsbeirat: „Cooles Team“

Den neuen Ortsbeirat beschreibt sie als „cooles Team“. Einmal habe man sich bisher getroffen, um lang- und kurzfristige Ziele für das Dorf klarzuziehen. Und hinter der Botschaft, „das Dorfleben attraktiver machen“ stehen konkrete Ideen. Ein Platz an der Brausmühle, direkt am Fahrradweg soll so gestaltet werden, dass sich dort alle Generationen wohlfühlen und zusammenfinden können. Neben Sitzgelegenheiten ist ihr immer die Verbindung zur Natur wichtig. Deshalb soll an dem Platz auch ein Insektenhotel entstehen. „Es soll Punkte geben, wo man was erleben und auch etwas lernen kann“, sagt sie.

Katharina Dilling als Landwirtin will vor allem auch für Kinder die Brücke zur Jagd und zur das Dorf umgebenden Natur schlagen. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter und Jagdpächter Christoph Arend will sie Touren zum Fährtenlesen und zu Hochsitzen machen, oder Infoabende beispielsweise zum Kennenlernen von Heilpflanzen anbieten.

Winterzauber, lebendiger Adventskalender, Backfest

Der Winterzauber, ein kleiner rustikaler Wintermarkt soll weiter ausgebaut werden, ebenso wie der lebendige Adventskalender in Vierbach. Die Helfertage im Ort – im Herbst vorigen Jahres waren 40 Leute dabei – sollen weiterhin so engagiert angenommen werden. Und dann plant sie mit Hingabe Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein Backfest. „Da kommt mein Beruf wieder durch“, sagt Dilling. „Ich suche immer eine Verbindung, wo alle Vereine im Ort mitmachen können.“

Die Basis für alle Ideen in Vierbach ist gut. Es gibt kaum Leerstand. „Wir haben in jedem Haus noch eine Oma wohnen, es gibt Kinder, und die Häuser werden auch immer wieder schnell verkauft“, weiß sie. (Stefanie Salzmann)

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