Administrator geht wieder

Katholischer Pfarrer Michael Sippel kündigt Abschied an

Gibt Schlüssel und Taufkrug wieder ab: Michael Sippel wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 den Werra-Meißner-Kreis wieder verlassen.
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Gibt Schlüssel und Taufkrug wieder ab: Michael Sippel wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 den Werra-Meißner-Kreis wieder verlassen.

Nach nur eineinhalb Jahren im Amt verlässt Pfarrer und Administrator Michael Sippel den Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner schon wieder. Aus privaten und persönlichen Gründen habe er sich dazu entschlossen, eine Veränderung vorzunehmen, schreibt Sippel im Gemeindebrief.

Auf Anfrage der Werra-Rundschau bestätigte Sippel seinen Weggang und nannte „näher an der Heimat“ sein zu wollen als einen der Gründe.

Termin steht noch nicht exakt

Zwar wird das kommende Weihnachtsfest das letzte sein, das er mit seinen Gemeinden in und um Eschwege feiert, der genaue Zeitpunkt seines Abschieds steht aber noch nicht fest. Sippel geht von einem Termin im ersten Quartal des kommenden Jahres aus. Februar oder März stehen im Raum. „Einen genauen Termin gibt es nicht, weil noch kein Nachfolger gefunden ist“, sagt Sippel. Das Bistum Fulda reagierte auf eine Anfrage der Werra-Rundschau bis zum Redaktionsschluss nicht. Eines steht indes bereits fest: Sippel wird nach Bad Soden-Salmünster zurückkehren und dort mit der Administration der Pfarrei Romsthal/Marborn betraut.

Sippel war für drei Pfarreien mit Kirchen zuständig

Sippel hatte im Landkreis eine zentrale Rolle im Pastoralverbund St. Gabriel. Als Administrator ist er für alle drei Pfarreien mit Kirchen in Eschwege (St. Elisabeth und Apostel), Grebendorf, Wanfried, Sontra, Herleshausen und Nentershausen zuständig. Sippel wurde 1989 in Nürnberg geboren. 2008 legte er sein Abitur in Fulda ab und trat danach ins Priesterseminar ein. Das schloss er nach fünf Jahren Studium – vier in Fulda, eins in Innsbruck – 2013 als Diplom-Theologe ab. Danach war Sippel Praktikant in einer Pfarrei, Diakon im Dom Fulda und ab 2015 drei Jahre lang Kaplan in Bad Soden-Salmünster. Seit August 2018 war er Kaplan in Sontra, seit Sommer 2019 Administrator im Pastoralverbund.

Zahl der Gläubigen sinkt

Der Pastoralverbund St. Gabriel hat derzeit mit zwei Problemen zu kämpfen. Zum einen ist der Personalschlüssel eng gesteckt und der klerikale Nachwuchs nicht besonders weit verbreitet, zum anderen sinkt auch die Zahl der Gläubigen. „Nordhessen gehört zu einer Diaspora“, sagt Sippel und meint damit die Verstreutheit der Katholiken in der Umgegend. 5800 Gläubige zählen noch zum Pastoralverbund – Tendenz sinkend. Hatten Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Aufschwung der Katholikenzahl im Werra-Meißner-Kreis geführt, nimmt diese weiterhin kontinuierlich ab.

Das Bistum Fulda reagiert auf diesen Trend. Mit dem Neuordnungsprogramm Bistum 2030 sollen die Zuständigkeiten neu geregelt werden. Angedacht ist, die Zahl der Pfarreien von 150 auf rund 40 zu reduzieren. Das inhaltliche Spektrum reicht dabei von der Bildung von flächendeckenden Netzwerken aus verschiedenen pastoralen Orten in den Pfarreien über bestimmte Strukturprozesse vor Ort (Neugründung von Pfarreien, Entwicklung des Pfarrbüros der Zukunft) bis hin zu Unterstützungsmöglichkeiten seitens des Bistums.

Für die letzten Monate seiner Amtszeit bittet Sippel die Gemeindemitglieder weiterhin um Mitarbeit: „Damit die Pfarreien für die Zukunft gut aufgestellt sind.“

Von Tobias Stück

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