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Katzen von Mann aus Vierbach sterben seit Jahren an Nierenschäden

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Von: Emily Spanel

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Nicht ausschließen will der Vierbacher die theoretische Möglichkeit der gezielten Vergiftung. Er hat ein Schild positioniert – seitdem ist nichts mehr passiert.
Nicht ausschließen will der Vierbacher die theoretische Möglichkeit der gezielten Vergiftung. Er hat ein Schild positioniert – seitdem ist nichts mehr passiert. © Stefanie Salzmann

Gleich in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren hat Harald Schlarbaum (Vierbach) erlebt, wie seine Katzen unter Vergiftungserscheinungen litten. Er vermutet, das Gift im Spiel ist.

Vierbach – Katzen prüfen in der Regel ganz genau, was sie fressen. Daher kommt es im Vergleich zu anderen Tieren seltener vor, dass sie etwas Giftiges zu sich nehmen. Dennoch kann es passieren – etwa wenn das Tier eine vergiftete Maus oder den Köder selbst gefressen hat.

Gleich in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren hat Harald Schlarbaum aus dem Wehretaler Ortsteil Vierbach erleben müssen, wie sehr seine Katzen unter den Vergiftungserscheinungen litten. Zwei der Katzen – die der Vierbacher im Übrigen stets aus dem Tierheim holt, um ihnen ein neues, liebevolles Zuhause zu geben – starben bereits qualvoll an Nierenversagen. Weitere Tiere überlebten mit viel Glück, mussten aber in Tierkliniken behandelt werden. Bis zur Regeneration der Nierenfunktion der geliebten Katzen sei in einem Fall sogar eine kostenintensive Dialyse nötig geworden, erinnert sich Harald Schlarbaum.

In welcher Form die Freigänger das Gift aufgenommen haben, ist indes völlig unklar. Ein Verdacht lautet, dass die Tiere womöglich Rattengift gefressen haben könnten. Ob das Gift dabei gezielt gegen die Schlarbaum’schen Katzen oder eventuell auch „nur“ zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt worden sei und die Katzen quasi unbeabsichtigt zu Schaden gekommen seien – das lässt sich derzeit nicht aufklären.

Harald Schlarbaum jedenfalls hat gehandelt und seit einiger Zeit gut sichtbar ein Schild positioniert: 200 Euro Belohnung werden für denjenigen ausgelobt, der Hinweise auf den Einsatz von möglichen Giftködern in der Umgebung von Vierbach geben kann. „Meine Tiere wurden Jahr für Jahr im Zeitraum zwischen Oktober und November krank“, hat der Vierbacher beobachtet. In einer Zeit also, in der Mäuse sich aufgrund der Witterung vermehrt in alte Scheunen und Fachwerkhäuser ziehen.

Wer vergiftete Köder gegen Mäuse und Ratten auslegt, muss darauf achten, andere Tiere nicht in Gefahr zu bringen. Das Umweltbundesamt (UBA) rät dazu, chemische Mittel gegen Nagetiere, sogenannte Rodentizide, niemals offen auszulegen. Besser sollen sogenannte Köderstationen verwendet werden, die einen so kleinen Zugang haben, dass zum Beispiel Hunde, Katzen und Füchse nicht an die Köder gelangen. Außerdem sollte man tote Nagetiere einsammeln und entsorgen. „Menschen, die Gift einsetzen, sollten sich Gedanken über die Folgen für andere Tiere machen“, appelliert Harald Schlarbaum.

Das Platzieren seines Schildes jedenfalls zeige Wirkung: „Seitdem es steht, ist Ruhe“, sagt der Vierbacher. (Emily Hartmann)

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