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Katzen wurden in Sontra einfach ausgesetzt

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Doloris Kaiser aus Sontra nimmt Katzenbabys bei sich auf. Hier ist die Frau mit der kleinen Desi zu sehen.
Doloris Kaiser aus Sontra nimmt Katzenbabys bei sich auf. Hier ist die Frau mit der kleinen Desi zu sehen. © Eden Sophie Rimbach

In Sontra sind drei Katzenbabys gefunden worden. Zwei von ihnen sind nun tot. Vor gut einer Woche waren Spaziergänger auf ein hohes Piepsen aufmerksam geworden.

Sontra –Es führte sie zu einer Bank bei der Breitwiese. Mit Laub zugedeckt entdecken sie drei Kitten. Ein Tier war bereits verstorben. Doloris Kaiser aus Sontra, arbeitet eng mit der Tiernothilfe Rotenburg zusammen.

Sie nahm die beiden Kitten an sich. Für sie ist der Fund der sechste, von dem sie in rund sechs Wochen erfährt – In den vergangenen 12 Jahren hat sie 172 Katzen aus Sontra und Umgebung zu Tierärzten gebracht. Ansonsten hätte Kaiser an einer der drei von ihr betreuten Futterstellen in Sontra mal ein oder zwei Katzen gefunden.

Mit Blick auf generell steigende Kosten – auch beim Tierarzt – befürchtet sie, „dass da jetzt noch mehr kommt.“

Im geschilderten Fall überlebte nur eins der Kitten. „Man weiß ja nicht, wie lange sie da gelegen haben“, sagt Kaiser betroffen. Als die zwei Katzen zu ihr kamen, sei sie sofort mit ihnen zum Tierarzt gefahren. Eines der Tiere sei derart schwach und unterkühlt gewesen, dass auch keine Wärmflasche mehr geholfen habe und es verstarb. Das zweite Tier überlebte jedoch und wurde zu einer Pflegestelle gebracht. Laut Kaiser gehe es ihm gut.

Bei Kaiser leben derzeit sieben Katzen, sie hat in den vergangenen drei Wochen viel Zeit bei Tierärzten verbracht, da einige der aufgenommenen Tiere krank waren. An den Futterstellen beobachte sie derzeit vier Katzen. „Was in meiner Macht steht, das mache ich“, sagt die Frau, die auch Hilfe vom Tierheim Eschwege bekommt, gefundene Katzen dort abgibt.

„Die Leute werden sensibler“, erklärt Gabriele Kaestner, Tierheimleitung. Bei kälteren Temperaturen fielen streunende Katzen eher auf. Generell gebe es für die Heime ein hohes Katzenaufkommen im Herbst: „Dieses Jahr ist es extrem, finden wir.“ Viele Tiere seien knapp drei Monate alt und oft schwer erkrankt. Aus der gesamten Umgebung kämen Katzen ins Eschweger Tierheim.

Wie Kaiser wäre Kaestner für eine Kastrationspflicht. Allerdings ließe sich diese schwer kontrollieren. Kaiser hält Besitzer dazu an, ihre Katzen und Kater kastrieren zu lassen. Susanne Hoyer, Zweite Vorsitzende der Tiernothilfe appelliert, Tiere im Ernstfall direkt bei ihnen abzugeben, anstatt sie auszusetzen. „Es geht um das Wohl des Tieres.“ Sie betont, dass sie Tierbesitzer nicht nach dem Grund für die Abgabe frage.

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