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Kaum Erträge mehr aus dem Waldkappler Stadtwald

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Von: Stefanie Salzmann

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Abgestorbene Fichtenbestände im Stadtwald von Waldkappel: Sturm, Trockenheit und Käfer haben den Wald stark geschädigt. Damit mehr Holz nachwachsen kann, will Hessen Forst die Einschlagmenge in den nächsten zehn Jahren deutlich reduzieren.
Abgestorbene Fichtenbestände im Stadtwald von Waldkappel: Sturm, Trockenheit und Käfer haben den Wald stark geschädigt. Damit mehr Holz nachwachsen kann, will Hessen Forst die Einschlagmenge in den nächsten zehn Jahren deutlich reduzieren. © Carolin Eberth

Als drittgrößter Waldbesitzer im Werra-Meißner-Kreis kann die Stadt Waldkappel in den kommenden zehn Jahren praktisch mit keinen Einnahmen mehr aus der Holzwirtschaft rechnen.

Waldkappel – „Die kommenden Dekade wird hoffentlich noch eine schwarze Null haben, mehr ist aber nicht zu erwarten“, prognostiziert Reiner Schröder von Hessen Forst, der den Wirtschaftsplan bis 2031 für den Waldkappler Stadtwald am vorigen Freitag den Stadtverordneten vorstellte.

Bisher lagen die Erträge, die die Stadt jedes Jahr aus dem Stadtwald ziehen konnte, zwischen 80 000 Euro (2018) und 275 000 Euro (2015). Im Jahr 2019, als die Holzpreise wegen der Übersättigung des Holzmarktes in den Keller gesackt waren, betrug der Erlös 10 000 Euro. Das war nach den schweren Stürmen und den Trockenjahren, die den Wald nachhaltig geschädigt haben.

Allein im Waldkappler Wald gingen in den vergangenen Jahren so 60 000 Festmeter an Fichtenholz verloren. Gab es im Jahr 2021 noch 70 000 Festmeter Fichtenholz im Stadtwald, sind es jetzt nur noch 7100 Festmeter.

„Das ist dramatisch und für die Stadt Waldkappel insgesamt ein Vermögensverlust von 2,5 Millionen Euro“, sagte Schröder.

30 Hektar der Waldfläche müssen nun wieder aufgeforstet werden. Zugleich soll der Holzeinschlag in den nächsten zehn Jahren auf 3000 Festmeter im Jahr runtergefahren werden. Das entspricht etwa 56 Prozent der bisherigen Einschlagmenge. Zwischen 2012 und 2022 lag der Holzeinschlag im Schnitt bei 138 Prozent über dem Plan.

„Wir werden bis 2031 weniger Holz einschlagen als nachwächst“, so der Forstmeister und „dadurch den Holzvorrat im Stadtwald wieder moderat anheben“. Der Holzbestand beträgt derzeit 124 000 Festmeter.

Fast auf Null gefahren wird der Ertrag aus der Holzvermarktung aber nicht nur wegen des deutlich geringeren Einschlages, sondern vor allem durch die hohen Kosten für die Wiederaufforstung der zahlreichen Windwurfflächen beziehungsweise Flächen, wo in erster Linie die Fichten durch den Käferbefall abgestorben sind und entnommen werden mussten.

Teuer sind nicht nur die Setzlinge, sondern vor allem deren Schutz, bis sie eine Mindestgröße erreicht haben und vor Verbiss durch Wild sicher sind.

85 000 neue Bäume sollen gepflanzt werden, davon 55 000 Eichen, 12 000 Hainbuchen und 7000 Douglasien. „Die Douglasie ist eigentlich aufgrund ihrer Eigenschaften das Allheilmittel derzeit“, sagte Schröder.

Da aber 90 Prozent des Waldkappeler Waldes im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) liegen, dürfen sie als nicht heimische Baumart nicht unbeschränkt gepflanzt werden.

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