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WM-Fußball in Katar wird wohl nur an wenigen Orten gezeigt

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Hier wird am 20. November das Eröffnungsspiel stattfinden: das Al-Bayt-Stadion in Katar.
Hier wird am 20. November das Eröffnungsspiel stattfinden: das Al-Bayt-Stadion in Katar. © Christian Charisius/dpa

Im Werra-Meißner-Kreis herrscht wenig Interesse am Public Viewing der WM.

Witzenhausen – Die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft, die am 20. November beginnt, ist in diesem Jahr im Werra-Meißner-Kreis kaum zu spüren. Bei keinem Fußballevent stand die Gewissensfrage – Anschauen oder Boykottieren – so sehr im Vordergrund, wie bei der kommenden WM im Wüstenstaat Katar. Dies macht sich auch durch das mangelnde Interesse am Public Viewing bemerkbar, wie eine Anfrage unserer Zeitung an die Bürgermeister im Landkreis verdeutlicht.

Es gibt kaum Gaststätten oder öffentliche Räume, in denen das Turnier gezeigt wird. Das gemeinsame Fußballschauen, so wie es bei vorherigen Weltmeisterschaften immer der Fall war, findet nur vereinzelt statt. Dies hat laut der Gleichstellungsbeauftragten des Werra-Meissner-Kreises auch einen Grund. „Bei dieser Veranstaltung steht nicht der Mensch im Vordergrund, sondern Marketing und Ökonomie“, sagt Thekla Rotermund-Capar. Es könne nicht sein, dass Menschenrechte bei so einer großen Veranstaltung hinten anstehen würden. Besser würde es auch nicht durch die vermeintliche Willkommenskultur in Katar. „Ein Land, in dem Homosexualität als Geisteskrankheit bezeichnet wird, dürfte keine Weltmeisterschaft austragen dürfen“, betont Rotermund-Capar.

Auch beim Witzenhäuser Bürgermeister Daniel Herz hält sich die Freude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Grenzen. „Es wird generell nicht dieses Fußball-Feeling aufkommen, wo viele Menschen, die auch sonst mit Fußball wenig zu tun haben, mit der Nationalmannschaft mitfiebern.“ Dies sei aber auch den Anstoßzeiten geschuldet, die meist in der regulären Arbeitszeit liegen würden. Doch für ihn sei die Debatte um die WM auch zu spät gekommen. „Die Welt schaute jetzt viele Jahre zu, aber wirklich getan wurde nichts. Es wurde immer wieder mahnend der Finger erhoben, aufgelehnt haben sich am Ende aber wenige“, sagt Herz. Er werde dennoch die Fußballspiele schauen, wenn es möglich sei. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen, nämlich für die deutsche und die dänische Nationalmannschaft.“ Dennoch werde er die Spiele anders aufnehmen, als es bei den vorherigen Turnieren der Fall gewesen ist.

Auch in Kassel gibt es die Weltmeisterschafts-Spiele nicht, wie üblich, mit Public Viewings zu sehen. Dies liege sowohl am Austragungsort Katar als auch an der Jahreszeit, heißt es in der Kasseler HNA. (mhn)

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