CORONA Viele Kommunen und Träger sind noch zurückhaltend

Kaum Tests in den Kitas in Werra-Meißner

Bei Coronatests für Kitakinder sind die meisten Kommunen und Träger zurückhaltend.
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Bei Coronatests für Kitakinder sind die meisten Kommunen und Träger zurückhaltend.

Werra-Meißner – Obwohl die hessische Landesregierung dem Werra-Meißner-Kreis eine Viertelmillion Euro für die Coronatestung von Kindergartenkindern zur Verfügung gestellt hat, nutzen nur zwei Kommunen im ganzen Kreis dieses Angebot – das sind Witzenhausen und die Gemeinde Meinhard.

Werra-Meißner - In Witzenhausen machen laut Bürgermeister Daniel Herz alle Einrichtungen von der Testmöglichkeit Gebrauch, auch die Tagesmütter. Das Problem sei eher, dass nicht alle Eltern ihre Kinder testen wollen. Das Gleiche gilt für Meinhard, wo die Lollitests den Eltern gestellt werden.

Kommunen vertrauen lieber auf Verantwortungsbewusstsein der Eltern

Die Gründe, warum das Gros der Kommunen und großen Träger wie die Kirche oder Awo keinen Gebrauch von der geförderten Testung der Kitakinder machen, sind unterschiedlich. „Nach Rücksprache mit den Trägern hatte sich keine der Kitas für eine Testung in den Einrichtungen ausgesprochen“, so Bürgermeister Alexander Heppe. Die reine Ausgabe von Tests an Familien sei als nicht zielführend eingestuft worden. Vielmehr sei im gesamten Verlauf der Pandemie auf das Verantwortungsbewusstsein der Erziehungsberechtigten gebaut und vertraut worden, dass bei Vorliegen von Symptomen die Kinder nicht in die Kita geschickt werden.

Es fehlt an Personal

Auch die Stadt Sontra verzichtet bisher auf die Testung von Kitakindern. „Wir ziehen das auch nicht in Betracht“, heißt es aus der städtischen Sozialverwaltung. Dabei ginge es nicht um die Kosten, sondern um das Personal, das nicht zur Verfügung steht, um morgens alle Kinder zu testen. Das bestätigt auch Martin Weisbecker, Geschäftsführer der Awo, über die rund 800 Kinder im Kreis betreut werden. „Wir hätten es gemacht, wenn uns das Personal gestellt worden wäre“, sagt er. Zumal, anders als in Schulen, die Tests nicht verpflichtend sind. Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen wolle etwa Eschwege den „Sachverhalt neu bewerten“, heißt es aus dem Rathaus. Jetzt soll eine erneute Abstimmung mit den Trägern erfolgen. „Wir hoffen, dass wir uns mit den Trägern auf eine einheitliche Vorgehensweise bei der Teststrategie verständigen können.“

Auch die Kleinsten sollen geschützt werden

Bereits im Sommer hatte die Landesregierung das Förderprogramm in Höhe von 16 Millionen Euro für alle hessischen Kommunen aufgelegt, um die Testung der jüngsten Kinder zu 50 Prozent zu finanzieren. „Wir wollen auch die Kleinsten durch regelmäßige Tests weiter schützen“, sagte Staatssekretär Dr. Martin Worms seinerzeit. Das Förderprogramm, das bereits im Sommer startete, wurde unterdessen bis Februar kommenden Jahres verlängert. (Stefanie Salzmann)

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