Landratswahl am 24. Oktober

Friedel Lenze möchte Landrat werden: „Kein genereller Politikwechsel“

Dienstältester Bürgermeister im Kreis: Jetzt will Friedel Lenze (SPD), der seit 24 Jahren Verwaltungschef in Berkatal ist, nächster Landrat des Werra-Meißner-Kreises werden.
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Dienstältester Bürgermeister im Kreis: Jetzt will Friedel Lenze (SPD), der seit 24 Jahren Verwaltungschef in Berkatal ist, nächster Landrat des Werra-Meißner-Kreises werden.

Vier Kandidaten stellen sich am 24. Oktober zur Wahl, um Landrat oder Landrätin des Werra-Meißner-Kreises zu werden. Wir stellen sie einzeln vor. Heute: Friedel Lenze (SPD).

Frankershausen – Seit 24 Jahren ist Friedel Lenze Bürgermeister von Berkatal – mit 1430 Einwohnern die zweitkleinste Kommune im Werra-Meißner-Kreis. Seit 28 Jahren ist er Mitglied der SPD. Jetzt will der dienstälteste Verwaltungschef im Kreis Landrat werden.

„Ich bin jetzt in einem Alter, wo man einfach weitermacht wie bisher oder einen neuen Reiz sucht“, sagt Lenze. Die Position des Landrates sei eines dieser wenigen Dinge, die ihn reizen. Und die Situation, die Veränderung fordere, habe sich nun mal gerade mit dem Weggang von Stefan Reuß ergeben.

Noch im Frühjahr dieses Jahres hatte Lenze seinen Job als Bürgermeister als seinen Traumberuf bezeichnet. „Nirgendwo anders kann man eine solche Bandbreite an Tätigkeiten und Themen vereinen, wie als Bürgermeister.“

Dass er nun doch den Wechsel aus dem kleinen Verwaltungsgebäude in Frankershausen mit dem Habitus eines Einfamilienhauses in das Eschweger Landgrafenschloss anstrebt, sei für Lenze „kein großer Sprung“. Zur Unterstreichung zählt er auf, dass sein Wirkungsfeld längst weit über das kleine Berkatal hinausgeht.

Seit dem Frühjahr Vorsitzender des Kreistags

Seit 2015 ist er Mitglied des Aufsichtrates der EAM, die 1300 Beschäftigte hat, er ist Sprecher der Bürgermeister im Kreis, seit 2011 im Kreistag, unter anderem als Vorsitzender der SPD-Fraktion, und seit der letzten Kommunalwahl im Frühjahr 2021 auch Vorsitzender des Kreistages.

Dass seine Wahl zum nächsten Landrat des Werra-Meißner-Kreises in zwei Wochen gelingt, daran hat Friedel Lenze keinen Zweifel. „Ich bin sehr optimistisch“, sagt er. Der Wahlkampf sei bisher gut gelaufen.

Ein „Ganz neu“ und „Ganz anders“ werde es mit ihm nicht geben. Die SPD habe im Frühjahr ein komplettes Wahlprogramm aufgelegt. „Da ist auch ganz viel Friedel Lenze drin“, sagt er und bekräftigt: „Es wird keinen generellen Politikwechsel im Kreis geben.“

Aber Schwerpunkte gäbe es schon: Die Umsetzung der Sozialraumorientierung. Das bedeutet, dass Menschen, die Hilfe brauchen, ihre Bedürfnisse formulieren und die Behörden schauen, was an Angeboten gut passt, und auch deren Umfeld miteinbeziehen. „Das ist auf dem Feld ein Paradigmenwechsel“, sagt Lenze.

Günstigen Wohnraum im Landkreis schaffen

Auch die Schaffung günstigen Wohnraumes steht auf seiner Agenda. „Entweder wir finden dafür Partner oder der Kreis gründet eine eigene Wohnungsbaugesellschaft.“

Der Ausbau der Digitalisierung sei ebenso wichtig wie die Schaffung eines Radnahverkehrsnetzes. Das ist nicht nur touristisch wichtig, sondern soll auch Verbindung zwischen den Orten im Sinne von Alltagsmobilität, Klimaschutz und Nachhaltigkeit schaffen.

Wer Friedel Lenze in den Sitzungen des Berkataler Gemeineparlamentes erlebt, weiß, dass er sich durch beinahe nichts aus der Ruhe bringen lässt. Wird er nicht explizit gefragt, sagt er auch nichts. Manche nennen Lenze deshalb „schussfest“.

Andere nennen das Zuverlässigkeit, auf die man setzen kann. Dafür trifft man den Verwaltungschef eher selten auf den Kirmessen in dem als feierwütig berüchtigten Frankershausen. Dafür hat Lenze jede Mengen Ehrenämter inne.

Je nach Ausgang des Wahltages in zwei Wochen könnte sich Friedel Lenze auch mal vorstellen, zu feiern. „Bisher musste ich bei Wahlen ja immer arbeiten – zu feiern würde mal ein echtes Privileg sein.“ (Stefanie Salzmann)

Zur Person

Friedel Lenze (53) ist seit 1997 Bürgermeister der Gemeinde Berkatal und seit 2011 Mitglied des Kreistages, seit diesem Frühjahr dessen Vorsitzender. Zudem ist er Sprecher der Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis und Mitglied im Aufsichtsrat der EAM. Seit 28 Jahren gehört Lenze der SPD an. Der gelernte Verwaltungsfachmann ist in Weißenborn geboren und lebt in Berkatal, er ist verheiratet und Vater von zwei 17 und 19 Jahre alten Töchtern.

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