CORONAVIRUS

2G-Modell ist für Einzelhändler des Werra-Meißner-Kreises keine Option

Corona-Regeln im Supermarkt
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Supermärkten und anderen Einzelhändlern in Hessen steht es frei, ob sie von der 2G-Regel Gebrauch machen. (Symbolfoto)

Sie wollen keinen Kunden abweisen: Einzelhändler stehen dem Konzept des 2G-Modells im Werra-Meißner-Kreis skeptisch gegenüber.

Werra-Meißner – Einzelhändler in Hessen können ab sofort selbst entscheiden, ob sie vom 2G-Modell für ihren Laden Gebrauch machen – so wie es auch schon bei Gastronomen und im Kulturbereich möglich ist. Viele Einzelhändler des Werra-Meißner-Kreises betonen auf Nachfrage unserer Zeitung aber, dass das Modell für sie nicht infrage kommt.

Insbesondere für Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte des täglichen Bedarfs sei das Modell nicht sinnvoll und nicht praktikabel. „Wir werden das nicht umsetzen“, sagt zum Beispiel Thorsten Hellwig, Geschäftsführer des Edeka-Marktes in Grebendorf. So sieht es auch Vicky Müller vom Bekleidungsgeschäft „Emily and Angel“ mit zwei Filialen in Bad Sooden-Allendorf und einer in Eschwege ebenso wie Thomas Vockeroth von der Modehaus-Kette Vockeroth mit einer Filiale in Eschwege. „Aus Umsatz-Sicht muss ich erst einmal schauen, dass ich überlebe und meine Geschäfte halten kann.“, sagt Müller. „Da kann ich es mir nicht leisten, Kunden auch noch abzuweisen.“

Lockerungen unter 2G

Einkaufen ohne Mundschutz, Abstand und Einschränkungen wäre unter der 2G-Regelung für Geimpfte und Genesene im Einzelhandel möglich. Das Coronakabinett um den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) hat dies entschieden und diese Option den Einzelhändlern zur eigenen Entscheidung offengelassen. Das Ministerium reagiere damit auf Wünsche aus der Branche, heißt es. Ungeimpfte könnten damit vor der Ladentür aber abgewiesen werden.

Monatelang mussten die Geschäfte schließen, die Kunden kauften längst noch nicht so ein wie vor der Pandemie. „Ich bin froh, dass die Leute überhaupt wiederkommen“, sagt Müller. Vockeroth ergänzt, dass die herkömmlichen Hygieneregeln mit Masken und Abstand gut funktionierten, 2G sei nicht nötig.

„Wer das einsetzt, vergrault seine Kunden“, sagt Alexander Fuchs, Erster Vorsitzender des Lichtenauer Gewerbevereins, der das Mobilfunkcenter in Hessisch Lichtenau betreibt. Wenige Kunden würden danach zurückkommen. „Die Politiker übertragen die Verantwortung auf die Einzelhändler“, sagt er. „So tragen sie zur Spaltung der Gesellschaft bei.“

Letztlich betont Thomas Rudolff, Kommunikationschef der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, dass 2G im Einzelhandel keine Regel ist, sondern eine frei wählbare Option durch die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten. „Jeder Händler muss für sich selbst entscheiden, ob das Modell für seinen Betrieb und seinen Kundenstamm sinnvoll ist“, sagt er. (Von Jessica Sippel Und Fabian Becker)

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