Gebiete sind zu klein

Keine echte Wildnis im Werra-Meißner-Kreis: Dafür kommen neue Naturschutzgebiete

Wälder und ihr Holz zwischen romantisch-völkischer Verklärung und wissenschaftlicher (Klimaschutz-)Auflärung.
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Stillgelegte Wald oder bewirtschaftete Flächen? Eine echt Wildnis kommt im Kreis nicht in Frage, die Gebiete sind zu klein. Dafür sollen neue Naturschutzgebiete kommen. 

Stillgelegte Wald oder bewirtschaftete Flächen? Eine echt Wildnis kommt im Kreis nicht in Frage, die Gebiete sind zu klein. Dafür sollen neue Naturschutzgebiete kommen.

Werra-Meißner – Im Werra-Meißner-Kreis wird es keine reinen Wildnisgebiete geben. Grund ist vor allem, dass es in der Region keine ausreichend großen zusammenhängenden Flächen gibt, die sich als künftige Wildnis eignen. Denn Voraussetzung ist laut der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ein Gebiet von etwa 1000 Hektar bei Wald oder 500 Hektar im Auenbereich unzerschnittener Fläche.

In Hessen kommen dafür aktuell nur vier Gebiete infrage: der Nationalpark Kellerwald-Edersee, der Reinhardswald, der Naturwald Kühkopf-Knoblochsaue und der Hinterlandswald.

Dafür sollen aber in diesem und im kommenden Jahr mehrere Waldgebiete im Bereich des Forstamtes Wehretal als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Dazu gehören unter anderem rund 800 Hektar Wald bei Weißenborn, Teile der Plesse bei Wanfried sowie Teile der Hessischen Schweiz.

Allein im Bereich des Forstamtes Wehretal sind das 1100 Hektar Wald. „Das Ziel ist, den Wald aus der forstlichen Nutzung zu nehmen und Störungen in dem Gebiet zu minimieren“, so Hendrik Kalvelage, Sprecher des Regierungspräsidiums in Kassel, dem auch die Obere Naturschutzbehörde (ONB) untersteht, die das Ausweisungsverfahren leitet. Bestehende überörtliche Wanderwege und Premiumwege sowie Aussichtspunkte sollen in diesen Gebieten auch weiter erhalten bleiben. Dies werde im Einzelverfahren mit allen Beteiligten besprochen. „Das ist jetzt alles im Prozess“, sagt Dietrich Bräuer vom Forstamt Wehretal.

Denn so wurde bereits vor 30 Jahren die Gobert in der Hessischen Schweiz aus der forstlichen Nutzung herausgenommen, ebenso wie ein Gebiet an der Plesse bei Wanfried. „Diese Flächen stehen unter Prozessschutz“, so Bräuer. Schon bei einer früheren Ausweisung als Prozessflächen habe man darauf geachtet, nicht in Konflikt mit dem Artenschutz zu kommen, wie beispielsweise an der Graburg bei Weißenborn, wo es einen seltenen Eibenbestand gibt. Den Standort liebt aber auch die Buche, die könnte die Eibe verdrängen. Ebenso gefährdet sind auch Arten wie der Frauenschuh. (Von Stefanie Salzmann)

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