Autobahn GmbH macht keine konkrete Aussage

Wann das Viadukt bei Reichensachsen fertig saniert wird, ist unklar

Wird seit fast zwei Jahren durch ein Gerüst gestützt: Das denkmalgeschützte Eisenbanhviadukt zwischen Reichensachsen und Vierbach. Eine Sanierung ist bislang nicht in Sicht.
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Wird seit fast zwei Jahren durch ein Gerüst gestützt: Das denkmalgeschützte Eisenbanhviadukt zwischen Reichensachsen und Vierbach. Eine Sanierung ist bislang nicht in Sicht.

Für das sanierungsbedürftige Eisenbahn-Viadukt zwischen Reichensachsen und dem Wehretaler Ortsteil Vierbach ist bislang keine Lösung in Sicht.

Vierbach – Wie die Autobahn GmbH Nordwest, die das Bauwerk im Februar vorigen Jahres von Hessen Mobil übernommen hat, der Gemeinde Wehretal jetzt mitteilte, gebe es bislang keinen Zeitplan. Das begründet die Autobahn GmbH damit, dass Hessen Mobil bei der Übergabe „keine baureife Instandsetzungsplanung“ übergeben habe, die „kurzfristig umsetzbar“ sei.

Als Hessen Mobil im November 2019 bei einer turnusmäßigen Überprüfung der seit 1985 stillgelegten Eisenbahnbrücke feststellte, dass der Backstein sowie der Mörtel des 1877 erbauten Viaduktes bröselig sind und die Gefahr besteht, dass immer wieder Teile des Gesteins auf die Fahrbahn fallen, war zunächst die Straße gesperrt worden. Drei Wochen später hatte Hessen Mobil dort ein Stützgerüst errichten lassen – seither wird der Verkehr zwischen dem Meißnervorland und der Bundesstraße 27 bei Reichensachsen über eine Ampel geregelt.

Die Straße unter dem Viadukt mündet in Richtung Vierbach in eine unübersichtliche Kurve. „Wir können Ihren und den Unmut der betroffenen Verkehrsteilnehmer und Bürger über die akute Verkehrssituation nachvollziehen“, heißt es in einem Schreiben der Autobahn GmbH an die Gemeinde Wehretal. Zugleich teilt die Autobahn GmbH jetzt mit, dass der Prozess für die Instandsetzungsplanung der Bahn-Überführung gestartet sei. Bis zum Anfang vorigen Jahres war Hessen Mobil als Baulastträger für das Eisenbahnviadukt zuständig, im Zuge des Baus der A 44 hat die neu gegründete Autobahn GmbH des Bundes die Trägerschaft übernommen.

Nach fast zwei Jahren Behelfslösung hatte die Gemeinde bei der Autobahn GmbH moniert, dass zum einen erhebliche Kosten für das angemietete Sicherungsgerüst sowie die Ampelanlage entstehen und sich zudem der Zustand des denkmalgeschützten Bauwerkes durch Nichtstun nicht verbessere. „Weiterhin bedeutet die Engstelle zwischen dem Ortsteil Vierbach und Reichensachsen eine erhebliche Belastung nicht nur der Vierbacher Einwohner, sondern des gesamten Meißnervorlandes“, so Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich. Im Mai 1985 rollte zum letzten Mal ein Zug über die Vierbachbrücke. Seither erobert sich die Natur die Eisenbahnbrücke zurück. Das Bauwerk, das seinerzeit aus Kostengründen aus Sandstein statt aus Stahl errichtet wurde, ist 43 Meter lang, acht Meter breit und 14 Meter hoch und war Teil der ehemaligen Kanonenbahn. (Stefanie Salzmann)

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