Regen flutet Weißenborn

Keller vollgelaufen: Feuerwehr Weißenborn war zufällig bereits vor Ort

Keller unter Wasser: 40 Zentimeter und damit doppelt so hoch wie auf dem Bild zu sehen stand das Wasser im Keller der Begegnungsstätte in Weißenborn. Hier hat die Schmutzpumpe schon ganze Arbeit geleistet.
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Keller unter Wasser: 40 Zentimeter und damit doppelt so hoch wie auf dem Bild zu sehen stand das Wasser im Keller der Begegnungsstätte in Weißenborn. Hier hat die Schmutzpumpe schon ganze Arbeit geleistet.

Die Freiwillige Feuerwehr von Weißenborn-Rambach war am Dienstagabend zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn gerade als die Führungskräfte der Feuerwehr ihre gemeinsame Sitzung mit dem Gemeindevorstand in der Begegnungsstätte in Weißenborn beginnen wollten, bemerkten sie, wie der Keller des Gebäudes durch ein Unwetter mit Wasser voll lief.

Weißenborn – 40 Zentimeter Wasser standen im untersten Geschoss der ehemaligen Grundschule. „Das war ein glücklicher Zufall, dass wir uns genau zu diesem Zeitpunkt für unsere Feuerwehrsitzung dort getroffen haben“, sagt Thomas Eisenträger, Gemeindebrandinspektor in Weißenborn. Ansonsten wäre der vollgelaufene Keller der Begnungsstätte vermutlich erst einmal gar nicht entdeckt worden, das Wasser hätte tagelang im Gebäude stecken und dadurch ernste Schäden anrichten können.

Durch den Starkregen und mitgerissene Äste wurde hinter der Begegnungsstätte ein Rost der Bachregulierung verstopft, erklärt Eisenträger, wodurch das Wasser an das Gebäude und über die Lichtschächte in den Keller gelaufen ist. Die Feuerwehrführer holten sofort die nötige Ausrüstung und alarmierte die Kameraden. Nach kurzer Zeit waren 14 Einsatzkräfte vor Ort.

Bürgermeister stand knietief im Bach

Indes stand Bürgermeister Thomas Mäurer knietief im Wasser, um den Entwässerungsgraben hinter der Begegnungsstätte schon einmal freizuschaufeln – in Jeans und Turnschuhen, wie es Eisenträger schildert.

Im Inneren des Gebäudes waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Weißenborn damit beschäftigt, den Keller auszupumpen und auch das Erdgeschoss mit einem Nass-Trocken-Sauger von Wasser zu befreien. Nach genau zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Straßen durch Starkregen überflutet

Neben dem vollgelaufenen Keller in der Begegnungsstätte in Weißenborn überschwemmte der Starkregen für kurze Zeit die Straßen, wie die Landstraße durch den Schlierbachwald Richtung Eschwege. Sogar einige Kanaldeckel wurden hochgedrückt, berichten Mäurer und Eisenträger. Als der Regen am Abend langsam nachließ, lief auch das Wasser wieder gut ab. Meldungen von weiteren überfluteten Kellern gab es nicht.

Während sich eine kleine Unwetterschneise punktuell anscheinend fast ausschließlich über Weißenborn ergoss, blieben weite Teile der Region trocken, ja sogar sonnig. „Ich fuhr in Eschwege bei Sonnenschein los, an der Kreuzung im Schlierbachwald Richtung Weißenborn wurde es dunkel und es setzte der Regen ein“, sagt der Gemeindebrandinspektor. Sogar der unmittelbare Weißenbörner Nachbarort blieb vom Unwetter verschont. „In Rambach war nichts und wir wurden überflutet“, sagt Mäurer.

Wetterlage mit geringer Höhenströmung

Dieses Phänomen, dass es an einem Ort extremen Niederschlag gibt und es wenige 100 Meter weiter trocken bleibt, beobachtet Hobby-Meteorologe Torsten Rost in letzter Zeit bereits öfter. „Wir haben im Moment eine Wetterlage mit geringer Höhenströmung“, so Rost. In weiten Teilen Mitteleuropas sei die Wetterlage derzeit eher „sumpfig“ mit niedrigem Luftdruck. Feuchtwarme Luftmasse koche dadurch an Ort und Stelle hoch. Gewitterzellen entstehen und regnen. Durch den fehlenden Wind bewegen sie sich nicht und regnen an Ort und Stelle auf sehr kleinem Raum ab, erklärt der Hobbymeteorologe. Normalerweise werden die Gewitterzellen in sechs bis acht Kilometern Höhe von den Luftströmungen gelenkt, wodurch es sich auf eine breitere Fläche verteilen würde. In Weißenborn regneten dagegen etwa 35 bis 40 Liter pro Quadratmeter auf einmal auf den Ort herab, weiß Rost. (Jessica Sippel)

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