Großalmeröder Nachwuchs nahm Kinderfreundlichkeit der Stadt unter die Lupe

Kinder checken kritisch

Sie nahmen ihre Stadt unter die Lupe: Die Kinder-Inspekteure untersuchten im Rahmen der Ferienspiele die Stadt nach Kinderfreundlichkeit und hielten die Mängel in einem Checkheft fest. Jetzt legten sie ihre Ergebnisse vor. Foto: Neugebauer

Großalmerode. Die Stadt Großalmerode ist cool, aber aus Sicht der Kinder gibt es an der einen oder anderen Stelle auch Verbesserungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse eines sogenannten City-Checks, den 42 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren im Rahmen der Kinderferienspiele vornahmen, wurden von der Jugendbildungsreferentin Bettina Vaterrodt von der Jugendförderung des Werra-Meißner-Kreises vor Vertretern von Stadt und Schule vorgestellt.

Ausgerüstet mit Schreibblock, Maßband, Stoppuhr und Fotoapparat haben die jungen Kinder-Inspekteure in vier Gruppen eine Woche lang Großalmerode erkundet. In einer ersten „Meckerphase“ wurde zunächst alles zusammengetragen, was aus ihrer Sicht nicht in Ordnung ist. Dabei störten sich die Kinder an herumliegenden Müll, kritisierten die fehlende Busverbindung und die Bedarfsöffnungszeiten des Panoramabades. Auch das Verhalten der älteren Jugendlichen, von denen sie häufig belächelt und von ihren Lieblingsplätzen vertrieben würden, sei nicht in Ordnung.

Nach einer „Traumphase“ ging es um die Festlegung der zu untersuchenden Bereiche und der Untersuchungskriterien. Dabei wurden Spielplätze, Verkehrssicherheit, Straßenbeleuchtung, Sauberkeit und das Panoramabad genauer unter die Lupe genommen und die Zustände in einem Checkheft dargestellt.

Aus Zeitgründen konnten nur die Bereiche um die Innenstadt, der Schule und des Panoramabades überprüft werden. Aber auch in diesem Bereich haben die Kinder-Inspekteure etliche Mängel festgestellt, die aus Kindersicht zu beheben sind.

So sind am Spielplatz Pfifferlingsgrund die Spielgeräte teilweise morsch und es liegen Beeren im Sandkasten. An der Friedhofstraße ist keine ausreichende Beleuchtung vorhanden und ein gefahrloses Überqueren der Straße wegen fehlender Fußgängerüberwege nicht möglich.

Besonders stören die Kinder, dass trotz Abfallbehältern Zigarettenstummel, Verpackungen und Bierdeckel in fast allen untersuchten Gebieten herumlagen.

Bürgermeister Andreas Nickel zollte den Inspekteuren ihren Respekt für ihre Arbeit und freute sich, dass die Sauberkeit bei ihnen eine große Rolle spiele. Das sei auch im Interesse der Stadt. Um beiderseitiges Verständnis zu erzeugen, wolle er dafür sorgen, dass kleine und große Jugendliche ins Gespräch kommen.

Bezüglich der Beeren auf dem Spielplatz und der Beleuchtung im Bereich der Friedhofstraße konnte er ebenfalls Entwarnung geben. „Die Beeren sind ungefährlich und die Lampen am Friedhof sind wieder freigeschnitten“, sagte Nickel.

Wiederholung fest geplant

Der Freundlichkeits-Check soll bei den Kinderferienspielen, die jährlich von der Valentin-Traudt-Schule in Kooperation mit Stadt und Bilsteinschule organisiert werden, 2015 und 2016 wiederholt werden. (znb)

Von Hartmut Neugebauer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.