Kinder der Kesperschule produzieren Trickfilme

Produzierten Trickfilme: Mit ihren Mitschülern wurden Viktor (von links), Lukás, Felix, Marlon, Abigail und Emilia zu jungen Regisseuren. Foto: C. Hartung

Witzenhausen. Zwei dritte Klassen der Kesperschule in Witzenhausen wurden zu Filmemachern.

Wenn der neunjährige Felix künftig den Fernseher einschaltet, um einen Trickfilm anzuschauen, dann weiß er genau, wie viel Arbeit hinter der Geschichte mit den bunten Figuren steckt.

Denn der Drittklässler produzierte jetzt mit seinen Klassenkameraden und mithilfe von Medientrainern des öffentlichen Kanals und vom Radiosender Rundfunk Meißner eigene Trickfilme in der Kesperschule in Witzenhausen. Damit die jungen Regisseure auch reichlich Ideen für die kleinen Filmchen sammeln konnten, hatten sie im Vorfeld das Tropengewächshaus der Uni besucht und waren außerdem zu Gast im Eine-Welt-Laden in Witzenhausen. „Die Kinder haben dort gelernt, woher überhaupt der Schokoladen-Nikolaus stammt“, erklärte Isa Trube vom Verein Kess.

Sie setzten sich mit dem Anbau von Kakaopflanzen auseinander, wie die Ernte abläuft und wie letztlich die fertig verpackte Schokolade im Supermarkt landet.

Mit den Ideen im Gepäck ging es dann an die Arbeit. Der Auftrag: Einen Trickfilm über das Thema Schokolade entwickeln. Dafür bekamen die Drittklässler zwei große eckige Kästen - sogenannte Trickboxxen - und außerdem einen Fernseher, Laptop und eine Videokamera. Nachdem sich die jungen Filmemacher eine Geschichte überlegt hatten, startete die Kreativarbeit: Sie malten Figuren und bunte Hintergründe, die Filmkulissen. Jede Person und jeder Gegenstand, der sich später im Film bewegen sollte, musste außerdem ausgeschnitten werden. „Das ist ganz schön viel Arbeit“ erzählte Felix.

Anschließend wurde gedreht. „Wir bewegen die Figuren und die Kamera macht immer ein neues Foto“, erklärte der Neunjährige. Deshalb sei auch manchmal auf den Filmen eine Hand zu sehen, die gerade eine Figur platziert. „Das müssen wir dann noch rausschneiden“, weiß die achtjährige Katharina.

Die Kamera sendet die Fotos direkt an den Laptop, ein Computerprogramm setzt die Bilder zu einem Film zusammen, der etwa eine Minute lang ist. Dass ein kurzer Film mit so vielen Arbeitsschritten verbunden ist, hätte Felix nicht gedacht. Im Trickfilm, an dem er mitgearbeitet hat, geht es um eine Schokoladenfabrik. Ein LKW holt die fertigen braunen Tafeln ab, die später im Supermarkt liegen. Ein anderer Film zeigt, wie Kakaobohnen geerntet werden. Ziel des Trickfilm-Projekts sei, den Kindern einen Zugang zu den Medien zu verschaffen, erklärte Trube. „Sie sollen verstehen, wie Medien funktionieren.“

Unterstützt wurde das Projekt vom staatlichen Schulamt, dem Weltgarten, vom Medienzentrum Werra-Meißner, dem Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel und vom Kulturprojekt Kess. Die Trickfilme werden am 29. Januar, 18 Uhr, im Capitol Kino in Witzenhausen gezeigt. (cha)

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