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Kirche bei Datterode wurde erneut freigelegt

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Von: Stefan Forbert

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Zum zweiten Mal freigelegt: Mitglieder und Freunde der Archäologie-AG nach dem ersten Arbeitseinsatz auf dem Areal der Kirche.
Zum zweiten Mal freigelegt: Mitglieder und Freunde der Archäologie-AG nach dem ersten Arbeitseinsatz auf dem Areal der Kirche. © Stefan Forbert

Sie wurde vor rund 900 Jahren erbaut und vor fast 50 Jahren wiederentdeckt: Im Kessel unterhalb des Boyneburg-Plateaus nach Datterode hin stand einst eine Kirche.

Datterode – Mitglieder und Freunde der Archäologie-AG haben die Grundmauern fünf Jahrzehnte nach der Entdeckung jetzt zum zweiten Mal freigelegt.

Das Gotteshaus, so die Heimatforscher, gehört zur ehemaligen, urkundlich vom 12. bis 14. Jahrhundert belegten Siedlung Harmuthshausen. Heute gibt es ein Gut gleichen Namens dort. Als auf einem Feld nahe dem Gut 1971 eine Grabplatte ausgeackert wurde, gab dies Anlass zu Nachforschungen.

Bei Ausgrabungen 1973 bis 1975 durch den Geschichtsverein Eschwege und anschließend durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wurde der Grundriss der Kirche freigelegt, dessen Ursprung wohl im 12. Jahrhundert zu suchen ist.

Die Kirche war zunächst mit einer halbrunden Apsis im Osten angelegt worden. Etwas später – das ergaben die Forschungen – wurde die Apsis zu einem rechteckigen Chorraum erweitert. Schließlich wurde auch im Norden ein länglicher Anbau errichtet. Darin stießen die Archäologen auf Bestattungen, auch die ausgeackerte Grabplatte lag dort.

Schließlich kam damals noch ein weiterer Anbau im Nordosten mit einem tiefen Schacht, dessen Bedeutung bislang Rätsel aufgibt, zum Vorschein. Eine 1990 von der Historischen Gesellschaft des Werralandes aufgestellte Informationstafel am „Eingang“ zu dem Areal gibt Auskunft über die Geschichte der Kirche.

Allerdings war zuletzt nicht mehr viel von den freigelegten und baulich gesicherten Fundamenten zu erkennen. Der Heimatverein Datterode hatte in Abständen von mehreren Jahren das Grundstück gerodet, aber seit mehr als zehn Jahren war dort nichts mehr geschehen. Entsprechend hatte die Natur sich das Areal schon zurückerobert, von den freigelegten Zeugnissen der alten Kirche war nicht mehr viel zu erkennen.

In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege befreiten Mitglieder und Freunde der Archäologie-AG in der VHS Werra-Meißner jetzt bei einem Arbeitseinsatz das Gelände von nachgewachsenen Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Unkräutern, auch das Moos wurde von den Fundamenten gekratzt. Auch der Heimatverein Datterode will demnächst wieder anrücken und sich noch einmal um die Einfriedung des Areals mit Bäumen und Sträuchern kümmern.

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