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Kirche Weidenhausen wurde vor 500 Jahren erbaut

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Von: Julia Stüber

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Umringt von Bäumen und Büschen, befindet sich die Kirche Weidenhausen mitten im Ort. Seit dem Jahr 2016 ist Ellen Kallweidt die zuständige Pfarrerin.
Umringt von Bäumen und Büschen, befindet sich die Kirche Weidenhausen mitten im Ort. Seit dem Jahr 2016 ist Ellen Kallweidt die zuständige Pfarrerin. © Julia Stüber

Kurz vor der Reformation in Hessen wurde die Kirche in Weidenhausen erbaut. Das war vor 500 Jahren – und das wird gefeiert. Wir blicken auf die Geschichte der Kirche.

Weidenhausen – Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichteten die wenigen Bewohner aus „Wydenhusen“ eine kleine Kapelle zu Ehren der heiligen Katharina. Im Mittelalter hatte sie eine wichtige Bedeutung als Nothelferin und Schutzpatronin, wie es in der Chronik heißt. Eine Folge dieser Verehrung: Viele Jahrhunderte war Katharina einer der beliebtesten Namen im Bereich der Landeskirche.

Bis zur Reformation unterstand die Kirchengemeinde in Weidenhausen übrigens dem katholischen Archidiakonat Heiligenstadt. Das Kloster Germerode hatte die Schirmherrschaft.

Entstehung

Kurz vor Einführung der Reformation wurde die jetzige Kirche Weidenhausen im Jahr 1522 erbaut. Diese Jahreszahl findet sich auch heute noch über dem westlichen Eingang der Kirche. Im Jahr 1558 wurde das Innere des Kirchenschiffs erweitert. Pfarrer war damals Valentin Lodwigk, der 70-Jährige war der zweite evangelische Pfarrer des Kirchspiels Niddawitzhausen – dazu gehörten auch schon Eltmannshausen und Weidenhausen.

Am Ende des 16. Jahrhunderts hatte sich Weidenhausen weiterentwickelt. Im Jahr 1498 bestand das Dorf noch aus elf Häusern, 1585 lebten bereits 40 Haushalte dort.

Kirche wird zu klein

Innerhalb von 150 Jahren verdoppelte sich die Anzahl der Haushalte. Mit der Zeit wurde die Kirche Weidenhausen also zu klein. Noch heute weist die aus Stein gehauene Jahreszahl 1741 – sie befindet sich über dem südlichen Eingang – darauf hin, dass die Kirche in Richtung Osten um den jetzigen Altarraum erweitert wurde. Der Turm wurde zwischen 1743 und 1745 errichtet. In ihm befinden sich zwei Glocken und eine Turmuhr. 1822 wurde er erneuert. Auch im Inneren erhielt die Kirche zwei Jahre später ein anderes Aussehen – ein neuer Anstrich, neue Fenster und Bänke, der Umbau der Orgel.

Immer wieder kam es zu Renovierungsarbeiten. So wurden im Jahr 1972 etwa 110 000 DM laut Chronik investiert, um die Kirche zu erneuern. Bei der Gestaltung der Tür an der Südseite entpuppten sich dann zwei Treppenstufen als sehr gut erhaltene Grabsteine – aus den Jahren 1751 und 1780. Heute stehen sie links und rechts neben der Tür.

Auch die Gedenktafel für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1914 bis 1918 bekam einen neuen Platz draußen an der Ostwand der Kirche. Mit den Neuerungen wurde die Kirche am 1. Oktober 1972, dem Erntedankfest, eingeweiht.

Besondere Fenster

„Es ist unser größter Schatz“, sagt Pfarrerin Ellen Kallweidt. Das bunte, eindrucksvolle Fenster hinter dem Altar wurde 1994 von dem Glasmaler Erhardt Jakobus Klonk aus Wetter künstlerisch gestaltet. Das Fenster – 2,50 Meter hoch und 1,25 Meter breit – stellt das „Kommen Gottes in dieser Welt dar“, heißt es in der Chronik.

In diesem Zusammenhang wurde auch ein weiteres Fenster an der Südseite wieder eingebaut. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Fenster in der Kirche zerstört – durch die Explosion eines bei Waldkappel angegriffenen Munitionszuges. „So weit wirkte damals die Explosion“, sagt Kirchenältester Erwin Mengel. Die Teile wurden viele Jahre in der Kirche aufbewahrt, wiederentdeckt und später wieder eingebaut.

Das Fest

Der Festgottesdienst zum 500. Geburtstag der Kirche Weidenhausen beginnt morgen ab 11 Uhr. Die Predigt hält Dekanin Ulrike Laakmann. Es gibt Mitmachaktionen und einen Stehempfang vor der Kirche.

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