Jetzt eine gemeinsame Kirchengemeinde

Nach 203 Jahren vereint: Kirchengemeinde Hundelshausen-Dohrenbach

Arbeiten seit Jahren zusammen: Die Kirchen in Hundelshausen (links) und Dohrenbach gehören jetzt zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde.
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Arbeiten seit Jahren zusammen: Die Kirchen in Hundelshausen (links) und Dohrenbach gehören jetzt zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde.

Hundelshausen/Dohrenbach – 203 Jahre hat es gedauert, jetzt wurde aus zwei eins: Die Evangelische Kirchengemeinde Dohrenbach und die Evangelische Kirchengemeinde Hundelshausen haben sich vereinigt und sind seit dem Jahreswechsel die Evangelische Kirchengemeinde Hundelshausen-Dohrenbach.

Dieser Zusammenschluss ist das Ergebnis von jahrelanger Vorbereitung. Ursprünglich waren Hundelshausen und Dohrenbach pfarramtlich zu einem sogenannten Kirchspiel zusammengefasst. Seit 1818 gab es diese Konstellation – über die Jahrhunderte sind beide Ortschaften aber immer weiter, auch in Vereinsstrukturen, zusammengewachsen. „Vor zwei Jahren haben wir den Prozess zur Vereinigung angestoßen“, erklärt Pfarrer Dr. Christian Schäfer. Besonderen Wert legt er darauf, dass es sich dabei nicht um eine Fusion handelt. „Eine Fusion ist häufig mit Druck und Zwängen verbunden. Wir haben uns eigenständig dazu entschlossen“, so Schäfer.

Den Abschluss dieser Vereinigung bilden jetzt noch letzte bürokratische Hürden, beispielsweise beim Umschreiben von Sparbüchern. Künftig werde viel Arbeit, unter anderem durch einen gemeinsamen Haushalt, deutlich leichter.

Ebenfalls neu: Das Siegel der Kirchengemeinde Hundelshausen-Dohrenbach.

Bis zu diesem Ergebnis lief ein Prozess, der bereits 2019 mit der Kirchenvorstandswahl begonnen hat.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Seitdem haben die Vorstände immer zusammen getagt, in Ausschüssen zusammengearbeitet und ein gemeinsames Teambuilding absolviert. Dieses starke, gemeinsame Team auf Augenhöhe sei für die Zukunft der Kirche unabdingbar. „Kirche ist mehr als ein einzelnes bezahltes Gesicht“, erklärt Pfarrer Schäfer.

Die Menschen in der Gemeinde sollen sich mit ihrem Kirchenvorstand, mit den Aktionen und mit den christlichen Werten identifizieren. „Das Interesse an Kirche darf nicht von einer Person abhängen, es darf keine Pfarrerzentriertheit geben.“

Zentrale Aufgabe der neuen Kirchengemeinde Hundelshausen-Dohrenbach ist es, die Kirche fit für die Zukunft zu machen. „Wir reißen viel auf, sind inmitten eines Reformprozesses. Kirche muss probieren dürfen, wir müssen uns frei machen von Gedanken wie ‘Darf man das?‘“, betont Schäfer. Kirche lebe davon, dass jeder das gibt, was er gerade kann.

Dieses Stark machen für die künftigen Aufgaben sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je. „Wir stehen 2022 gesellschaftlich vor einer großen Zerreißprobe. Sich bewusst in dieser Zeit zu vereinigen ist ein wichtiges Signal“, betont Pfarrer Dr. Christian Schäfer. Das haben die Gemeindeglieder in Hundelshausen und Dohrenbach jetzt getan. Foto: Foto: Helena Prötz/nh

Informationen zur Kirchengemeinde gibt es bei Facebook unter „Evangelisch in Hundelshausen und Dohrenbach“ sowie unter kirchenkreis-werra-meissner.de (Konstantin Mennecke)

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