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Kirchenkreis kann Defizit im Haushalt decken

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Von: Kristin Weber

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Dekanin Ulrike Laakmann hat auf der Synode des Kirchenkreises Werra-Meißner zu Friedensgebeten aufgerufen.
Dekanin Ulrike Laakmann hat auf der Synode des Kirchenkreises Werra-Meißner zu Friedensgebeten aufgerufen. © privat

Der Angriff auf die Ukraine überschattete auch die Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner, an der die gut 90 Synodalen teilnahmen. „Krieg in Europa, das ist etwas, das wir uns vor einer Woche noch gar nicht vorstellen konnten“, sagte Präses Ludger Arnold, der die Synode moderierte.

Werra-Meißner – Dekanin Ulrike Laakman bat um Kraft für die Menschen, die in der Ukraine Gewalt ausgesetzt sind und jetzt versuchen, zu fliehen. Sie rief dazu auf, für den Frieden zu beten.

Nah dran am Geschehen ist Propst Mart Jaanson aus der Propstei Valga in Estland, der sich als Gast zugeschaltet hatte und seine tiefe Besorgnis einbrachte. Die Pfarrerinnen und Pfarrer signalisierten ihre Bereitschaft, Geflüchtete aus der Ukraine im Kirchenkreis aufzunehmen.

Doppelhaushalt des Kirchenkreises beschlossen

Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen jedoch die nüchternen Zahlen. Der Doppelhaushalt des Kirchenkreises für 2022/23 wurde so gut wie einstimmig beschlossen. Mit Aufwendungen von rund 3,7 Millionen Euro wird für 2022 mit einem Defizit von 172 830 Euro geplant. Im Jahr 2023 beträgt das Defizit 207 180 Euro bei Ausgaben von 3,8 Millionen Euro. Beide Fehlbeträge werden jedoch aus den Rücklagen der vergangenen Jahre gedeckt. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir es uns aufgrund der bestehenden Rücklagen leisten können, mit einem Defizit in die nächsten zwei Jahre zu gehen“, sagte Wolf-Arthur Kalden vom Finanzausschuss, der sich intensiv über den Haushaltsplan beraten hatte. Im Jahresabschluss 2019 schloss die Diakonie mit einem Überschuss von 11 085 Euro ab, das Kirchenkreisamt mit 145 647 Euro. Beides wird den Rücklagen zugeführt.

Synode thematisiert sexualisierte Gewalt

Das Thema sexualisierte Gewalt und der Schutz davor ist ein Problem, das nicht nur die katholische Kirche betrifft. Der Evangelische Kirchenkreis geht hier aktiv voran und hat seit seiner Synode im vergangenen Jahr, die diesem Thema gewidmet war, ein Schutzkonzept für die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt. Jugendarbeiterin Elisabeth Sawosch stellte es vor. „Wir möchten uns damit eindeutig gegen sexualisierte Gewalt positionieren“, sagte sie. „Die Gebote heißen: Abstinenz und Abstand. In der Kinder- und Jugendarbeit bedeutet das, sich zu überlegen, wie man sein Handeln in Bezug auf Nähe und Abstand gestaltet. Körperliche Berührungen sind ein Teil der Arbeit mit Menschen, müssen aber reflektiert eingesetzt und Grenzverletzungen thematisiert werden.“

Bewusstsein für Thema muss geschärft werden

Die anschließende Diskussion zeigte, dass schriftliche Leitlinien nicht genug sind. Gemeinsam soll über das sensible Thema gesprochen und das Bewusstsein durch Schulungen weiter geschärft werden. Eine große Herausforderung in Zukunft thematisierte die Dekanin in ihrem Bericht aus dem Kirchenkreis: die Pfarrstellen zu besetzen und Vertretungen zu organisieren, die durch Pensionierungen frei werden. Bereits in diesem Jahr verlassen neun Pfarrerinnen und Pfarrer den Kirchenkreis oder gehen in den Ruhestand.

Eine halbe Vertretungsstelle im ganzen Kirchenkreis könne das nicht auffangen. „Uns stellt sich die Frage, was eine große Anzahl von Vakanzen für die pfarramtliche Arbeit bedeutet“, sagte die Dekanin. „Wie wird und wie muss sich der Pfarrberuf verändern, damit Menschen ihn weiterhin und auf neuen Wegen gut, gern und wohlbehalten ausüben können?“ (Kristin Weber)

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