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Kirchenkreis Werra-Meißner: Suche nach pragmatischen Lösungen

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Von: Kristin Weber

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Bei der Synode in Sontra: Ulrike Laakmann (Dekanin) und Ludger Arnold (Präses).
Bei der Synode in Sontra: Ulrike Laakmann (Dekanin) und Ludger Arnold (Präses). © kristin weber

Die Synode des Kirchenkreises Werra-Meißner, die am Freitag in Sontra tagte, denkt über aktuellen Krisen nach.

Werra-Meißner – Im Jahr 2019 hatte der Evangelische Kirchenkreis Werra-Meißner 48 Pfarrstellen, 8 davon müssen eingespart werden. Auf der Herbstsynode des Kirchenkreises in Sontra stellte Dekanin Ulrike Laakmann den Synodalen den Zwischenstand vor.

„Bis heute haben wir 4,75 Stellen eingespart, vier weitere Stellen stehen bis 2026 aus“, sagte sie. Nun werde überlegt, wie die Pfarrstellenanpassung danach weitergehen könne. Das Problem, das diesen Prozess unruhig macht: Vakanzen. Einige Pfarrer sind gerade in Rente gegangen, andere haben den Kirchenkreis verlassen. „Zur Spitzenzeit waren es neun Vakanzen“, stellte die Dekanin fest. „Im Mai haben mein Stellvertreter, Ralph Beyer, und ich parallel verabschiedet.“

Neu besetzte Pfarrstellen

Neu besetzt wurden die Pfarrstellen in Meinhard mit Harald Aschenbrenner, am Kloster Germerode mit Frauke Leonhäuser, und als Diakoniepfarrer wurde Christian Rehkate eingeführt. Geplant ist, dass Wolfgang Gerhardt Abterode übernimmt und Thomas Schanze Frankershausen. Nach Rücktritten des Kirchenvorstands in Großalmerode werden die Kirchengemeinden dort neu strukturiert, die Pfarrstelle in Rommerode wird Laudenbach zugeordnet.

Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt begrüßte die Synodalen in seiner Stadt. Landrätin Nicole Rathgeber hoffte, dass Politik und Kirche weiterhin so lösungsorientiert zusammenarbeiten könnten, wie bisher, um die aktuellen Krisen zu meistern. „Es fühlt sich an, als wäre die Pandemie schon zu Ende und wir litten nur noch an deren Folgen“, sagte sie und warnte: „Aber wir sind im Grunde noch mittendrin!“ Und im Zuge der Energiekriese müsse es im Winter auch heißen, an die Schwächsten der Gesellschaft zu denken. Hier ist die Diakonie gefragt.

Mehreinnahmen bei Kirchensteuern sollen Menschen in Not zugute kommen

Unter dem Hashtag #wärmewinter stellte die Diakonie eine deutschlandweite Aktion vor. Sie soll Menschen, die finanziell stark von der Energiekrise betroffen sind, auf Beratung und Unterstützung hinweisen. Insbesondere Mehreinnahmen an Kirchensteuern, die durch die Energiekostenpauschale des Bundes zustande kommen, sollen dabei zur Unterstützung von Menschen in sozialen Notlagen eingesetzt werden.

Eine gute Nachricht meldet der Kita-Zweckverband: Mit Anette Petri hat er eine dritte Leitungskraft, sodass die Kindergärten in Weidenhausen, Werleshausen, Rossbach und Niederhone ebenfalls aufgenommen werden können.

Nicht alle Pfarrhäuser halten

Mit den Themen Immobilien und Energie soll sich eine neue Projektgruppe beschäftigen, die einen Plan erstellt, wie die Zukunft der kirchlichen Immobilien aussehen soll. „Am Beispiel der Pfarrhäuser:“, sagte Präses Ludger Arnold. „Wenn sich der Sanierungsbedarf als zu hoch herausstellt, können wir nicht an allen Pfarrhäusern festhalten.“ Mitarbeiten wollen: Dirk Rehbein, Daniel Kohl, Karsten Leischow, Jochen Grüning, Ralph Beyer, Christian Schäfer, Werner Stotz, Gero von Randow, Sieglinde Repp-Jost und Andreas Brzanski.

Transparenz der Kirchenfinanzen

Beschlossen wurde ein Antrag von Karsten Leischow zum transparenten Umgang mit kirchlichen Finanzen. Die Kirchensteuer-Einnahmen bildeten keine akute Krise ab, 2021 seien sie sogar um 6 Prozent gestiegen.

Ein Kennzahlensystems und eine positivere Einstellung könnten den Reformdruck mindern, sagte Leischow. Zustimmung gab es auch zur Eröffnungsbilanz und dem Jahresabschluss für das Jahr 2020. Mit diesen Punkten ist die Fusion der Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen endgültig abgeschlossen.

Fortsetzung folgt, heißt es hingegen beim Thema Wald. Beworben hat sich der Kirchenkreis für den Waldpreis der Landeskirche, das Engagement soll unbedingt fortgeführt werden. Ebenso wie das partnerschaftliche Engagement mit den Kirchen in Indien, Kamerun, Estland und Mühlhausen. An welche Orte die Dekanin auch blickte, überall werden die sozialen, ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Probleme und Krisen schärfer. „Umso wichtiger ist es, dass wir in diesen Zeiten als Kirche miteinander verbunden bleiben“, sagte sie. (Kristin Weber)

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