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Kirschenernte hat um Witzenhausen begonnen: So wird die Saison 2022

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Von: Hannah Köllen

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Sollen bundesweit klar als Witzenhäuser Kirsche erkennbar sein: Reife Kirschen der mittelfrühen Sorte Vega. Sie könnten künftig nicht als „Deutsche Kirsche“, sondern als „Witzenhäuser Kirsche“ zu kaufen sein.
Reife Kirschen der mittelfrühen Sorte Vega. Sie könnten künftig nicht als „Deutsche Kirsche“, sondern als „Witzenhäuser Kirsche“ zu kaufen sein. © Sabine Budde

Werra-Meißner – Gestiegene Energie- und Lohnkosten sorgen für erhöhte Lebensmittelpreise. Das betrifft auch die heimische Kirschenernte in diesem Jahr. Werden die roten Früchte im Kirschenland in dieser Saison teurer?

„Unsere Kosten sind in allen Bereichen angestiegen“, sagt Tobias Kindervatter vom Hof Kindervatter in Witzenhausen.

Auf die gestiegenen Kosten reagiert der Hof in dieser Saison mit einer Preiserhöhung. Ein Kilo Kirschen kostet im Hofladen und am Verkaufsstand gegenüber dem Autohaus Kia aktuell 6,50 Euro.

Wie die Preise für spätere Sorten im Lauf der Saison aussehen werden, kann Kindervatter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die ersten Kirschen wurden am 7. Juni auf dem Hof Kindervatter geerntet. Das sei eine Woche früher als üblicherweise. Dass die Früchte schon so früh reif zur Ernte waren, begründet Kindervatter mit dem guten Wetter in den vergangenen Wochen.

„Die ersten Früchte haben noch nicht die gewohnte Qualität. Spätere Sorten sind dann größer und süßer im Geschmack“, weiß Kindervatter.

Er geht davon aus, bis Mitte Juli mit der Kirschenernte beschäftigt zu sein. Hierbei unterstützen ihn bis zu sechs Erntehelfer. Die Bedingungen für eine erfolgreiche Ernte sähen gut aus.

„Die Frage ist aber, ob wir die Ware auch verkauft bekommen. Vielleicht geben die Menschen ihr Geld aufgrund der steigenden Preise bewusster aus und kaufen dann nur noch ein- statt zweimal die Woche Kirschen bei uns ein.“

Die Preise für die Kirschen bei der Absatzgenossenschaft Unterrieden seien „auf Vorjahresniveau“, sagt Manfred Feldmeier. Die gestiegenen Kosten bemerke auch er: „Für Düngemittel haben sich die Preise mehr als verdoppelt“, sagt Feldmeier.

Begonnen habe die Ernte am Pfingstmontag, bei normaler Wetterlage soll sie noch bis Ende Juli andauern. „Aber man steckt nicht drin. Wenn ein richtiger Schauer kommt, ist es vorbei“, sagt Feldmeier.

Bis jetzt seien die Erntebedingungen optimal, sagt Jürgen Reulein vom Biolandhof Reulein und Schöne in Bad Sooden-Allendorf. „Ob die Bio-Kirsche erntbar sein wird, liegt jetzt am Wetter und an der Made“, sagt Reulein. Noch habe die Ernte nicht begonnen.

Ein Kilo seiner Bio-Kirschen werde zwischen 12 und 15 Euro kosten. Im vergangenen Jahr habe er keine Kirschen verkauft, weil es nur geregnet und das die Ernte zerstört habe.

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