Bewegung, Vorlesen, kreativ sein

Kitas geben Tipps, wie Eltern ihre Kinder zuhause beschäftigen können

Auch der schönste Spielplatz hilft nicht, wenn die Kinder ihn nicht benutzen dürfen. Wir haben bei zwei Kindergärten nach Tipps gefragt, wie man die Kinder daheim beschäftigen kann.
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Auch der schönste Spielplatz hilft nicht, wenn die Kinder ihn nicht benutzen dürfen. Wir haben bei zwei Kindergärten nach Tipps gefragt, wie man die Kinder dahei m beschäftigen kann.

Wie können kleine Kinder sinnvoll beschäftigt werden? Wir haben bei zwei Kindertagesstätten nach Ideen gefragt, was Eltern noch mit ihren Kindern daheim machen können.

Auch wenn einige Schüler nun wieder in die Schulen gehen dürfen, ist noch nicht absehbar, wann auch die Kindergärten wieder normal öffnen dürfen. Für viele Familien ist die Zwangspause von der Kindertagesstätte eine Belastung– nicht nur, weil häufig der Beruf unter der Betreuungssituation leidet, sondern auch, weil langsam die Ideen zur sinnvollen Beschäftigung erschöpft sind. Deswegen haben wir in Kindertagesstätten nach Tipps gefragt, was man daheim mit seinen Kindern machen könnte.

Ute Becker, Leiterin der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ aus dem Großalmeröder Ortsteil Laudenbach und ihr Team haben einige Vorschläge. Generell empfiehlt Becker einen strukturierten Tagesablauf für die Familien. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Struktur den Kindern hilft, sich zurechtzufinden“, sagt die Kita-Leiterin.

So sollte jeder Tag nach einem einheitlichen Muster gestaltet werden. Nach dem Frühstück können größere Kinder ihre Aufgaben für die Schule bearbeiten, jüngere Kinder malen zum Beispiel inzwischen. Vor dem Mittag könnte dann noch eine kleine Spielphase eingebaut werden und danach beginnt man mit den gemeinsamen Vorbereitungen für das Mittagessen.

Andrea Winkler, Leiterin der Kindertagesstätte Kesperknirpse aus Witzenhausen stimmt zu: Ein verlässlicher Rhythmus in der Tagesstruktur gebe den Kindern Sicherheit. „Die Kinder merken, hier wiederholt sich etwas, auch wenn alles andere sich gerade verändert“, erklärt Winkler. Dazu könnten auch Rituale aus dem Kita-Alltag, wie der Morgenkreis oder ein Tischspruch vor dem Essen, in der Familie übernommen werden.

Wie man das Coronavirus gegenüber den Kindern erklärt, sei altersabhängig und sehr individuell. Aber wenn jetzt alle Leute Masken tragen, werde das auch Fragen bei den Kindern wecken. „Dann kann man ihnen erklären, dass die Masken dafür da sind, dass wir gesund bleiben, weil es eine ansteckende Krankheit gibt“, sagt Winkler. „Weil wir uns nicht anstecken wollen, machen wir momentan einige Dinge anders als sonst.“

Auch wenn viele Kinder zurzeit nicht in den Kindergarten dürften, unterstützen die Mitarbeiter der Kitas aber die Eltern, wenn diese Fragen haben oder nach Anregungen suchen. Zudem rät Winkler den Eltern, sich virtuell zu vernetzen und sich mit aktuellen Informationen zu versorgen. Dazu gebe es verschiedene Quellen im Internet. Sie empfiehlt zum Beispiel: infektionsschutz.de

Das sind die Vorschläge der Profis

  • Bewegung ist wichtig: Unter Beachtung der aktuellen Auflagen spricht nichts gegen einen Spaziergang in der Natur, die im Moment förmlich explodiert. Dabei kann besondere Aufmerksamkeit darauf gelegt werden, wie etwas riecht, sich anfühlt oder schmeckt. Wer sich mit Kräutern auskennt, kann einen Wildsalat pflücken. 
  • Wenn das Wetter einen Spaziergang nicht erlaubt, kann auch das Wohnzimmer zu einem Turnparkour umgebaut werden und dann geht es drunter und drüber. Zudem kann man mit Alltagsgegenständen Bewegungsspiele machen, wie Wollknäuel in den Wäschekorb werfen.
  • Mit Alltagsgegenständen ist auch kreatives Gestalten möglich: Die Kinder dürfen sich Materialen aus der Wohnung (Kissen, Sieb, ...) zusammensuchen und bauen dann etwa eine Rakete daraus.
  • Experimente machen, zum Beispiel mit heißem und kaltem Wasser und Eis. Im Internet findet man viele Tipps für Experimente, zum Beispiel bei haus-der-kleinen-forscher.de und auf kidsweb.de
  • Gemeinsames Kochen, Backen, Hausarbeit erledigen. 
  • Die Kinder können Marzipan mit Lebensmittelfarbe einfärben und Figuren kneten. Die fertigen Figuren können als Verzierung auf einem Kuchen verwendet werden.
  • Knete kann mit den Kindern auch selbst hergestellt werden: zum Beispiel einen Salzteig. Der kann dann auch gefärbt werden. Die fertigen Kunstwerke werden durch Trocknen hart und können so aufbewahrt werden.
  • Als Familie malt man gemeinsam ein großes Bild zur aktuellen Situation und wie es einen damit geht. Dazu können auch Bilder aus der Zeitung und Magazinen ausgeschnitten und aufgeklebt werden. 
  • Zum Malen können ungewöhnliche Materialen genutzt werden. So lassen sich mit Küchenschwämme und Wasserfarbe interessante Muster gestalten. Mit Strohhalmen kann die Farbe aufs Blatt gepustet werden.
  • Theater oder Rollenspiele ausdenken oder eine Geschichte nachspielen: Dazu können Kostüme gebastelt werden oder die Kinder nutzen Kleidungsstücke der Eltern (Kleid, Stöckelschuhe, Krawatte) für ihre Rolle. 
  • Eine Rätsel- und Quizshow: Dabei eignen sich Gesellschaftsspiele wie Montagsmaler und Tabu als Vorlage, die entsprechend den Fähigkeiten der Kinder angepasst werden. 
  • Das Vorlesen kommt im Alltag manchmal zu kurz, die Nähe und die unmittelbare Zuwendung dabei sind für Kinder aber wichtig. Viele Kinder finden Ruhe, wenn ihnen vorgelesen wird.
  • Weben nehmen die Kinder immer wieder mit Begeisterung auf. Wer keinen Webrahmen hat, kann sich aus einem alten Schuhkarton selbst einen basteln. 
  • Aus alten Socken Tiere basteln. Mit den fertigen Werken kann auch gleich das nächste Theaterstück aufgeführt werden. 
  • Den Medienkonsum, wie auch vor der Corona-Zwangspause, sinnvoll begrenzen. Sandmännchen oder die eine Lieblingssendung wie gewohnt weiter schauen, aber nicht einen Märchenfilm nach den anderen erlauben.

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