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Klamotte: Für die Grebendorfer Kultkneipe ist bisher kein neuer Pächter in Sicht

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Von: Stefanie Salzmann

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Verwaist: Ende September vorigen Jahres wurde hier zuletzt gezapft, dann hat Pächterin Jessica Waldmann die Klamotte dichtgemacht. Nun suchen die Eigentümer neue Pächter und erwägen auch, das Haus ganz zu verkaufen.
Verwaist: Ende September vorigen Jahres wurde hier zuletzt gezapft, dann hat Pächterin Jessica Waldmann die Klamotte dichtgemacht. Nun suchen die Eigentümer neue Pächter und erwägen auch, das Haus ganz zu verkaufen. © Stefanie Salzmann

Grebendorf – Die Kultkneipe Klamotte in Grebendorf wird wohl erst mal dicht bleiben. „Bisher haben wir keinen Nachfolger“, sagt Horst Henning, einer der drei Eigentümer der Immobilie, die jetzt seit knapp vier Monaten leersteht. Immer wieder hätten sich Interessenten in den vergangenen Monaten gemeldet, aber letztendlich sei bislang nichts Konkretes zustande gekommen, obwohl auch die Eschweger Brauerei die Werbetrommel für die Klamotte gerührt hatte.

Die Kneipe Klamotte, die mehr als 15 Jahre von Matthias Mengel und in den vergangenen vier Jahren von Jessica Waldmann – dann als Klamotte 2.0 – geführt worden war, hatte Ende September vorigen Jahres geschlossen. Jessica Waldmann hatte aus finanziellen Gründen aufgegeben.

„Aktuell gibt es wieder Interessenten“, sagt Henning. Dabei handele es sich um einen Verein, der das Gebäude pachten und als Vereinsheim nutzen wollen. Ein weiterer Interessent wolle die Klamotte vielleicht ab Mitte des Jahres pachten und auch wieder als Kneipe eröffnen. Aber beides sei bisher nicht spruchreif. „Uns wäre es am liebsten, wenn die Klamotte auch wieder eine Kneipe wird.“

Die Gaststätte auf drei Ebenen hat rund 100 Quadratmeter Grundfläche und im Inneren rund 50 Sitzplätze. Im Sommer kommt der Biergarten noch dazu.

So richtig verstehen kann Henning das mangelnde Interesse an der Klamotte nicht, war sie zudem auch Grebendorfs letzte und einzige Dorfkneipe.

„Wer da reingeht, kann eigentlich sofort loslegen“

„Wer da reingeht, kann eigentlich sofort loslegen“, sagt er. Denn die gesamte Ausstattung der Klamotte – vom Tresen über Zapfanlage, Küche, Tische und Stühle – sei vorhanden und gehöre sozusagen zum Haus dazu.

Die drei Eigentümer erwägen jetzt aber auch eine weitere Option, nämlich das Gebäude zu verkaufen. Wie Miteigentümer Horst Henning an das Gebäude gekommen ist, klingt nach einer echten Schnapsidee. Ein Kunde interessierte sich in seiner Autowerkstatt für einen Wagen, hatte aber kein Geld, um es zu bezahlen.

Da bot er ihm kurzerhand sein Haus an der Oberen Dorfstraße an.

Das stand bereits seit einem Jahrzehnt leer und begann zu verfallen. Doch der Handel kam zustande – weil Henning und die anderen drei Miteigentümer die Idee von einer Kneipe mit Atmosphäre hatten.

Sie sanierten in viel Eigenleistung das Haus von Grund auf. Komplett entkernt hielt nur noch das Balkenkonstrukt das windschiefe Häuschen.

Mit dem eigenen Pickup schoben die Handwerker das denkmalgeschützte Gebäude von 1670 wieder ins Lot. Eines der ältesten Häuser Grebendorfs, in dem auch mal eine Schusterwerkstatt untergebracht war, hat einiges zu erzählen.

Und seit der Eröffnung der Kneipe im August 1992 sind viele Anekdoten hinzugekommen.

Kontakt: Horst Henning, 01 71/7 75 00 30.

Von Stefanie Salzmann

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