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Neuer Stadtverordnetenvorsteher: Klaus Kremmer folgt auf Jutta Niklass

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Nach der einstimmigen Wahl: Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (von links) mit Jutta Niklass, dem neuen Stadtverordnetenvorsteher Klaus Kremmer und Lisa Susebach, stellvertretende Vorsteherin.
Nach der einstimmigen Wahl: Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (von links) mit Jutta Niklass, dem neuen Stadtverordnetenvorsteher Klaus Kremmer und Lisa Susebach, stellvertretende Vorsteherin. © Lorenz Schöggl

Bei der Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung wurde am Freitag ein neuer Vorsteher gewählt. Zwist gab es in der Versammlung aber auch um die Kindertagesstätte

Wanfried – Von Kita-Plätzen über die Energieversorgung bis hin zur Verkehrswende hielt die jüngste, mehr als dreistündige Sitzung der Wanfrieder Stadtverordnetenversammlung zahlreichen Diskussionsbedarf bereit und ließ dabei keine hitzigen Konfrontationen vermissen.

Doch zu Beginn wurde nach dem Rückzug von Jutta Niklass aus privaten Gründen (wir berichteten) Klaus Kremmer als neuer Stadtverordnetenvorsteher mit überraschender Einstimmigkeit gewählt. Er unterstrich die Verantwortung dieses Amtes und betonte seine Bereitschaft zum Engagement für die Bürger Wanfrieds.

Kindertagesstätte

Zentraler Streitpunkt war die Erweiterung der städtischen Kita-Kapazitäten um die Rechtsansprüche der kommenden Jahre zu decken, da die Kapazitäten erschöpft sind. Als Interimslösung zur schnellen Bedarfsdeckung für drei Kinder, die nächstes Jahr untergebracht werden müssen, wurde der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses Altenburschla für veranschlagte 150 000 Euro erarbeitet. Für die drei bis fünf Jahre der Nutzung als Kita könnten die Bürger potenziell auf den Pfarrsaal und das Landfrauenzimmer ausweichen. Thomas Bachmann (CDU) lobte die Lösung als kostengünstigste Alternative, da eine Containerlösung in Wanfried mindestens 600 000 Euro koste.

Heftigen Widerstand äußerten Reiner Graf und Dr. Helmut Pippart (FWG), welche den Standort unterstützen, aber eine Verschiebung der Kostenentscheidung auf die nächste Sitzung forderten. Die FWG wolle prüfen, welche Arbeiten in Eigenleistung erfolgen können, welche Kostenpunkte (beispielsweise Neutapezieren, Deckenarbeiten) überflüssig seien und besonders, wie energetische Dämmmaßnahmen berücksichtigt werden können, die nicht geplant seien. „Das Ingenieurbüro hat mir gesagt, dass die Kosten aktuell natürlich ungewiss sind und deutlich steigen könnten“, so Dr. Pippart. Bachmann entgegnete, das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Dämmmaßnahmen sei für eine Interimslösung unverhältnismäßig und die potenziellen Kosteneinsparungen des FWG-Vorschlags seien gering.

„Ich bin sprachlos und die Diskussion leid“, stellt Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU) fest, als sich die Diskussion erhitzte und Zwischenrufe der FWG laut wurden. Das Ingenieurbüro arbeite sehr seriös und gleichzeitig warten die Familien laut Gebhard zu Recht auf Kita-Plätze – „besonders in der aktuellen Situation mit finanziellen Risiken“. Es dürften keine Verzögerungen entstehen und die Stadt benötige mit dem Ingenieurbüro einen umfassenden Ansprechpartner, ohne private Akteure koordinieren zu müssen; nicht zu unterschätzen sei, wer die Gewährleistung bei privaten Eigenleistungen übernehmen würde.

Gebhard betonte, dass die Unfallkasse, die Fachaufsicht des Kreises und die Brandschutzaufsicht den Plänen uneingeschränkt zugestimmt hätten und alle Arbeiten notwendig seien. Erwin Neugebauer (SPD) schlug als Kompromiss vor, den Boden der Spielebene auch für die Kinder zu dämmen und die alten Heizkörper zu erneuern, wobei er Potenzial zur Kosteneinsparung anzweifelte und die Dringlichkeit betonte.

Roland Eisenberg (CDU) bat um Vertrauen in den Magistrat, welcher die Vorschläge bei der Umsetzung berücksichtigen werde. Gebhard sagte zu, dass eine Rücksprache mit dem Architekten bezüglich der Fußbodendämmung und der Heizkörpererneuerung erfolgen werde und gegebenenfalls Nachträge vorgeschlagen werden.

Letztlich wurde das Dorfgemeinschaftshaus Altenburschla einstimmig ausgewählt und die Verschiebung auf Antrag der FWG bei 15 Gegenstimmen abgelehnt. Von Lorenz Schöggl

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