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Kleine Riesen Nordhessen betreuen sterbenskranke Kinder

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Von: Tobias Stück

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Spendenübergabe im Bibelgarten von Bad Sooden-Allendorf: (von links) Hubertus Spill (Rotary), Claudia Schaller, Thomas Voelker (beide Kleine Riesen), RC-Präsident Dr. Christian Köhne und Torsten Stöber (Rotary).
Spendenübergabe im Bibelgarten von Bad Sooden-Allendorf: (von links) Hubertus Spill (Rotary), Claudia Schaller, Thomas Voelker (beide Kleine Riesen), RC-Präsident Dr. Christian Köhne und Torsten Stöber (Rotary). © Tobias Stück

14 Männer und Frauen beschäftigt der Verein Kleine Riesen an halben Tagen. Sie geben den sterbenden Kindern und ihren Familien aus Nordhessen das Gefühl, nicht allein zu sein.

Eschwege – Zeit und Vertrauen sind die Voraussetzung für die Mitarbeiter der Kleinen Riesen Nordhessen, um mit ihren jungen Patienten gut zusammenarbeiten zu können.

Die Kleinen Riesen Nordhessen sind ein ambulantes Palliativteam, dass sich um schwerstkranke Kinder kümmert. Die Patienten und Angehörigen werden bei Hausbesuchen medizinisch-pflegerisch und psychosozial in ihrer schwierigen Lebensphase unterstützt. „Wir arbeiten empathisch, fürsorglich, offen und ehrlich“, sagt Dr. Thomas Voelker. Damit geben sie den Familien Raum, Zeit und Sicherheit. „Sowohl Trauer als auch Humor sind ein fester Bestandteil unseres Alltags.“

Etwa 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Nordhessen leiden an einer lebenslimitierenden Erkrankung, etwa 60 von ihnen sterben pro Jahr. Eigentlich ist der Verein nur für den Regierungsbezirk Kassel zuständig. Weil der Bedarf aber so hoch ist, sind sie bis in die Bayerische Rhön, Höxter, Brilon oder Eisenach tätig. Sie arbeiten flächendeckend von unseren Büros in Kassel und Fulda aus und fahren in alle regional zugehörigen und angrenzenden Städte und Gemeinden.

15 Patienten können die Teams, die immer aus einem Arzt und einer Pflegerin bestehen, gleichzeitig betreuen. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr sind sie für die Kinder und deren Familien ansprechbar. Vier etwa einstündige Hausbesuche schaffen die Teams pro Tag. Denn alle Angestellten des Vereins sind nur halbtags tätig. In der anderen Hälfte gehen sie ihren normalen Jobs – alle im medizinischen Sektor – nach.

Zuständig für sieben Landkreise und zwei große Städte

Ziel des 2014 gegründeten Vereins ist es, durch den Aufruf zu Spenden und bürgerschaftlichem Engagement das bestehende Versorgungsnetz auszubauen, um eine umfassende Betreuung am Lebensende für alle schwerstkranken Kinder in Nordhessen zu gewährleisten. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über ein großes Territorium von Bad Karlshafen im äußersten Norden bis Fulda im Süden, von Eschwege im Osten bis Korbach im Westen. Eine Region, die insgesamt sieben Landkreise und zwei Großstädte erfasst. Für den Raum Eschwege gehört beispielsweise Dr. Andrea Aschenbrenner, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Palliativmedizinerin, zum Team. ts

Dr. Thomas Voelker ist beispielsweise Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Heike Schaller Kinderkrankenschwester. Beide sind gleichzeitig auch in palliativen Fertigkeiten ausgebildet. Finanziert werden sie und ihre Kollegen von den Krankenkassen. Für die Trauerbegleiterin des Vereins zahlen die Krankenkassen. „Ihre Arbeit ist aber sehr wichtig, weil sie die Familien auch nach dem Tod des Kindes noch begleiten kann“, sagt Heike Schaller. Für solche Aufgaben benötigt der Verein Spenden wie die des Rotary Clubs Eschwege. Aus dem Mistelverkauf auf dem Eschweger Markt im Dezember sind rund 3000 Euro zusammengekommen. Mitglieder und Verein haben die Spendensumme auf 4500 Euro aufgestockt. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit sie zu unterstützen“, sagte Präsident Dr. Christian Köhne bei der Spendenübergabe. (Tobias Stück)

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