Kinderkrippe: Förderverein Waldorfpädagogik mit Sozialpreis ausgezeichnet

Ein Ort für die Kleinen

Ausgezeichnete Kinderbetreuung: Die zehn Kinder der Wiegestube und Franziska Wöhrmann (von links), Daniel Kusche, Josefine Roßberg, Ralf Heuckeroth und Anne Schöne freuen sich über die Anerkennung. Foto: Herbst

Witzenhausen. Wo früher Aktenschränke neben Schreibtischen standen und die Kaffeemaschine leise vor sich hin tröpfelte, toben mittlerweile zehn Kinder unter drei Jahren durch die Räume. Krippenplätze sind bundesweit Mangelware. Witzenhausen hingegen liegt bei der Betreuung von unter Dreijährigen mit einer Marke von knapp 54 Prozent weit vorne.

„Dazu haben wir beigetragen“, sagt Ralf Heuckeroth vom Vorstand des Fördervereins Waldorfpädagogik stolz. So sieht das auch der Werra-Meißner-Kreis. Landrat Stefan Reuß zeichnete den Verein kürzlich für sein „selbstloses Engagement“ mit dem Sozialpreis aus. 2011 hatten der Verein und die Erzieherinnen die Idee eine eigene Krippengruppe aufzubauen. Beflügelt von der bundesweiten Diskussion fragten die Erzieherinnen bei Eltern nach und hängten Listen aus, ob Interesse an einer Kleinkindbetreuung bestehe.

Großes Interesse

„Der Rücklauf war wahnsinnig hoch“, sagt Anne Schöne, Sozialassistentin im Waldorfkindergarten. Trotzdem zögerte der Verein. „Eine Wiegestube macht immer Defizite“, erklärt Daniel Kusche vom Vorstand. Die Elternbeiträge deckten nur etwa 15 bis 20 Prozent der Kosten. Ohne die Zusicherungen der Stadt würde es die Krippe heute nicht geben. Der Zeitplan für den Umbau war eng. Baustart war im September 2011. Die Kleinkinder, die in einem Raum des regulären Kindergartens betreut wurden, sollten Anfang des Jahres in ihre neuen Räume umziehen. 95 000 Euro wurden in den Umbau des ehemaligen Volkshochschul-Gebäudes investiert, 29 000 Euro brachte der Verein selbst ein.

Einrichtung geschreinert

Nicht nur jede Menge Geld hat der 1998 gegründete Verein in den Umbau gesteckt, sondern auch viel Zeit und ehrenamtliche Arbeit. In über 700 Stunden haben Eltern, Erzieher und Mitglieder gemeinsam geschreinert und gestrichen. So sind kindgerechte Garderoben, Stühle und ein Wickeltisch entstanden. „Hier macht keiner nur Dienst nach Vorschrift“, sagt Ralf Heuckeroth. Das Engagement des Waldorfkindergartens werde auch in Witzenhausen wahrgenommen. Das zeige die für den Verein überraschende Auszeichnung durch den Landkreis.

Obwohl die Räume der Wiegestube jetzt fertig eingerichtet sind, gibt es immer noch einiges zu tun. Als nächstes möchte der Verein den Garten gestalten. Die Kleinen haben ihren eigenen Bereich im Außengelände des Waldorfkindergartens, nur ist der zurzeit noch etwas kahl. Baumstämme und ein kleiner Hügel sollen den Kindern bald mehr Abwechslung bieten und zum Toben und Spielen einladen.

Von Ann-Kristin Herbst

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