Gänsemarsch und Wortspielereien im Schlosspark

Kleinkunst und Kinderkurzweil beim Open Flair

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Macht Spaß und süchtig: Das Duo Suchtpotenzial (Ariane Müller am Piano und Julia Gámez Martin) holte sich seine begeistertsten Fans sogar auf die Bühne. Sie verfolgten die ganze Show dann sozusagen von hinten

Auch die Kleinkunst und die Unterhaltung für die Kinder sind Schwerpunkte beim Open-Flair-Festival in Eschwege. Dabei war am Wochenende viel los im Schlosspark.

 Abseits vom Trubel auf dem Festplatz Werdchen und am Werratalsee mit ihren Konzertbühnen herrschte im Schlosspark am Open-Flair-Wochenende ebenfalls Trubel: Auf der großen Wiese, vor der Bühne und dem Weinzelt hatten vor allem die Kinder volles Kurzweil-Programm.

Kinderkurzweil

Das kostenlose Angebot der Festivalmacher hinter dem Landgrafenschloss in Eschwege wurde bei bestem Sommerwetter von Tausenden Menschen ausgiebig genutzt: Da wurde gebastelt und gebaut, getollt und getanzt, gelauscht und gelacht. Denn es gab Kinderlieder und Clownspäße, beispielsweise von den Duos Muckemacher sowie Herbert und Mimi. Und sogar der bekannte Kindermusiker Bummelkasten alias Bernhard Lütke lümmelte sich auf dem schwarzen Sofa auf der Schlossparkbühne herum und erfreute mit seinen A-cappella-Beatbox-Ohrwürmern auch viele Eltern.

Walkacts

Zwischendurch zogen die verschiedenen Walkacts die Blicke und Aufmerksamkeit der Besucherscharen auf sich. Die Giraffenfamilie erschreckte mit ihren langen Hälsen so manchen durch Leckangriffe von oben, die Gänsekapelle gab – wie jedes Jahr – getrommelte Kurzkonzerte, bevor wieder ins Gatter zurückgewatschelt wurde. Umlagert war auch das mobile Nähatelier, wo Kinder in die Pedale treten mussten, damit die Nähmaschinen zur Musik liefen. Und das Comedy-Duo Pico Bello hatte diesmal sein kleines Feuerwehrauto in der Garage gelassen, um als Bauarbeiter mit einer fahrenden Mülltonne herumzublödeln.

(Musik-)Kabarett

Viel los war wie üblich auch im Kleinkunstzelt am Ende des Parks. Doch bevor sich dort ab Freitag die Kabarettisten und Comedians die Mikrofone in die Hand gaben, überraschte am Donnerstagabend Helmuth Steierwald alias Emir Puyan Taghikhani die Kleinkunst-Fans im Weinzelt. Der studierte Lebensmittelchemiker aus Franken wusste als Ethno-Comedian, wie sich der Sohn eines Iraners und einer Türkin selbst bezeichnet, die Zuhörer mit seiner locker-ehrlichen Plauderart viel zum Lachen zu bringen – gerade auch beim Thema Integration.

Das gehörte bei mehreren Kabarettisten zum Programm, auch bei Satiriker Florian Schroeder, der am Freitag die meisten Menschen ins Kleinkunstzelt lockte. Mit der Überzeichnung von TV-Moderator Markus Lanz gefiel er aber besser als mit seinen politischen Bissigkeiten.

Standing Ovations erntete dagegen am Folgetag, der das Comedyduo Mundstuhl als Höhepunkt hatte, Performancekünstler Ennio Marchetto als lebendiger Papiercartoon. Der Verwandlungs- und Verkleidungskünstler aus Venedig begeisterte mit der pantomimischen Darstellung dutzender Figuren von Marilyn Monroe bis Freddy Mercury, von Popeye bis Biene Maja und Karl Lagerfeld bis Speedy Gonzales nur durch den Wechsel von bunten Kostümen, die aus Papier und Pappe sind.

Wortspielereien vom Feinsten, wenn auch nicht vom Vornehmsten, beherrschten am Sonntag das Kleinkunstzelt. Erst feuerte Kabarettist, Entertainer und Provokateur Kay Ray seine politischen Unkorrektheiten im Sekundentakt ab.

Später beanspruchte Rainald Grebe mit seinen Hintersinnigkeiten und – vermeintlichen – Absurditäten die ganze Aufmerksamkeit seines Publikums.

Die Fans des Musik-Comedy-Duos Suchtpotenzial, das auch nicht zum ersten Mal auf dem Open Flair auftrat, sind mittlerweile so „verrückt“, dass sie mit einem Riesenbanner ihrer Begeisterung direkt vor der Bühne Ausdruck verleihen. Damit durfte sich ein Trio sogar direkt hinter die beiden Powerfrauen stellen und deren auch schauspielerisch glänzenden Darbietungen aus allernächster Nähe verfolgen.

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