Arbeiten im Freien

Klimawandel: Erhöhte Gefahr für Handwerker im Werra-Meißner-Kreis

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Der Klimawandel macht Bauarbeitern und Handwerkern die Arbeit schwer.

Werra-Meißner – Milde Winter, trockene und heiße Sommer und zwischendurch immer mal wieder Gewitter mit lokalem Starkregen: Der Klimawandel betrifft vor allem Menschen, die im Freien arbeiten müssen.

So bereiten vor allem hohe Temperaturen im Sommer den Mitarbeitern des Bauunternehmens Kunz Bau aus Witzenhausen Probleme. „Wir versuchen, eine Stunde früher anzufangen, damit wir dann um 15.30 Uhr Feierabend machen können und machen öfter Pausen. Aber man merkt deutlich, wie die Leistung der Leute nach 12 Uhr weniger wird“, sagt Bauleiter Reinhold Wiemuth. Natürlich stellt das Unternehmen Getränke, wie es an heißen Tagen gesetzlich vorgeschrieben ist. „Aber was sollen wir machen?“, fragt Wiemuth. Die Arbeit müsse schließlich erledigt werden.

Was immer in Verbindung mit dem Klimawandel erwähnt wird, ist die dramatische Situation im Wald durch Trockenheit und Borkenkäfer. Die kranken Bäume sind für die Arbeiter eine Gefahr: „Fällungen werden durch die Trockenheit zum Risiko“, sagt Ralf Helwerth, Gewerkschaftssekretär der IG Bau.

Besonders bei Laubbäumen gebe es viele trockene Äste, die beim Fällen abfallen können. „Im schlimmsten Fall kann so etwas tödlich enden, wenn ein Arbeiter einen Ast auf den Kopf bekommt“, sagt Helwerth. Darum werde inzwischen nur noch mit Seilunterstützung gefällt. Das bedeutet: Die Bäume werden nicht wie üblich umgekeilt, sondern angebunden und mithilfe einer Seilwinde umgezogen. Damit dauert eine Fällung aber länger und es werden zusätzliche Maschinen benötigt.

Stephan SchenkerGeschäftsführerKreishandwerkerschaft

Ein anderes Problem sieht noch Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Werra-Meißner, auch wenn es im Kreis nicht so akut ist: Durch Dieselfahrverbote in großen Städten werden Handwerker beeinträchtigt. „Fahrzeuge sind auf einmal nicht mehr einsatzfähig oder nur noch eingeschränkt nutzbar“, sagt Schenker. Dadurch müssten die Unternehmen ungeplante Investitionen tätigen.

Weitere Stimmen aus dem Handwerk zum Thema lesen sie in der Montagsausgabe der HNA.

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