Überschuss trotz Pandemie

Klinikum Werra-Meißner erzielt 2020 Gewinn von 163.000 Euro

Intensivstation am Standort in Witzenhausen: Eine Krankenschwester bedient ein Beatmungsgerät.
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Intensivstation am Standort in Witzenhausen: Eine Krankenschwester bedient ein Beatmungsgerät.

Das Klinikum Werra-Meißner hat im Jahr 2020 trotz der Coronaviruspandemie einen Überschuss von 163.000 Euro erzielt. 2019 und 2018 waren es noch Millionendefizite.

Werra-Meißner - Zum Vergleich: In 2019 erwirtschaftete das Klinikum noch ein Minus von über zwei Millionen Euro, in 2018 wurde ein Fehlbetrag von rund einer Million Euro eingefahren.

Man freue sich, dass dies trotz der vorübergehend zurückgestellten „planbaren Leistungen“ – wie beispielsweise Hüftoperationen – sowie dem Freiräumen ganzer Stationen am Standort in Witzenhausen ausschließlich zur Versorgung von Covid-19-Patienten gelungen sei, sagen Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Reuß und Geschäftsführer Christoph R. Maier. Sie führen dies zum einen auf die Corona-Ausgleichszahlungen des Bundes zurück und zum anderen auch auf einen deutlichen Rückgang der Kosten für Hononarärzte – das sind Mediziner, die als selbstständige Unternehmer bei wechselnden Auftraggebern auf eigene Rechnung gegen Honorar tätig sind.

Die Entwicklung ist eindeutig positiv, ob das eine generelle Trendwende ist, lässt sich heute nicht beantworten.“

Stefan Reuß, Aufsichtsratsvorsitzender

Ob nun ein positiver finanzieller Wandel für das Klinikum Werra-Meißner einsetze, darauf wollte sich Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Reuß nicht festlegen: „Die Entwicklung ist eindeutig positiv, ob das eine generelle Trendwende ist, lässt sich heute nicht beantworten.“

Fluktation auf Chefarzt-Positionen beendet

Fest stehe jedenfalls, dass die Fluktuation der vergangenenen Jahre auf den Chefarzt-Positionen beendet sei, so Reuß. „Es ist uns 2020 gelungen, mehr Ärzte beim Klinikum selbst anzustellen“, so Geschäftsführer Maier. Nahezu alle Ober- und Facharztstellen seien derzeit besetzt, auch bei den Chefarzt-Wechseln gab es nahtlose Übergänge: Dr. Henrike Krause-Hünerjäger im Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie für Martin von Hagen sowie Dr. Yvonne Bauer für Dr. Edgar Bollensen in der Neurologie. Auch die dienstjüngeren Chefärzte wie Dr. Axel Blasi (Orthopädie und Unfallchirurgie), Dr. Armin Fischer (Gynäkologie und Geburtshilfe), Dr. Bernd Schlei (Schmerztherapie) und Dr. Samer Said (Gastroenterologie) würden für eine Kontinuität sorgen – dadurch seien weitere Baustellen der vergangenen Jahre geschlossen worden, sagt Christoph R. Maier.

Die Gründe für den Erfolg bei der personellen Nachbesetzung seien weder mit einem Ärzte-Überschuss auf dem Markt noch mit höheren Gehältern zu begründen, so Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Reuß. Viel mehr lägen die Gründe für die Kontinuität darin, dass sich das Arbeitsklima und die Kommunikation verbessert hätten.

50 Vollzeitkräfte mehr im Konzern

Die positive Entwicklung des Klinikums Werra-Meißner spiegelt sich auch im Personalbereich wider: Im gesamten Konzern gibt es 50 Vollzeitkräfte mehr. Zum Konzerngebilde zählen die Gesellschaft für Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die Gesellschaft für Gesundheitsdienste (PRN), das Institut für Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung (IfGK), die Gesellschaft für Gesundheitsservice (GHS) sowie die Gesundheitsholding Werra-Meißner.

Im Jahr 2019 seien es laut Sprecher Florian Künemund noch zirka 708 Vollzeitkräfte gewesen, im Jahr 2020 etwa 760 unter den mehr als 1100 Mitarbeitern. Alleine im Pflegebereich seien 27 neue Arbeitsplätze in Vollbeschäftigung geschaffen worden, unter den Ärzten 14.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass in einem Jahr, in dem man den Fokus nicht immer auf das Finanzielle legen konnte, am Ende ein Überschuss unter dem Strich steht“, sagt Geschäftsführer Christoph R. Maier. Ein Dank gelte dementsprechend auch allen Mitarbeitern, die in einem „zu keinem Zeitpunkt einfachen Jahr“ alle zu dem positiven Ergebnis beigetragen hätten, so Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Reuß und Maier.

Der Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft sei in dieser Extremsituation außerordentlich gut gewesen. Standortübergreifend hätten sich die Kollegen auf Stationen mit personellen Engpässen ohne große Diskussionen ausgeholfen. „So konnten wir unserem Versorgungsauftrag für die Region und durch unsere Kompetenz auf der Covid-Intensivstation in Witzenhausen sogar darüber hinaus vollumfänglich nachkommen“, sagt Geschäftsführer Christoph R. Maier. (Maurice Morth)

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