Coronatest im Kindergarten

Kommunen im Kreis beschaffen auf Druck der Eltern Lollitests für Kitas

Kaufen zusammen ein: Die Kommunen im Kreis besorgen für alle Kitas Lollitests. Elternbeiräte hatten dies bei den Gemeinden und Trägern eingefordert.
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Kaufen zusammen ein: Die Kommunen im Kreis besorgen für alle Kitas Lollitests. Elternbeiräte hatten dies bei den Gemeinden und Trägern eingefordert.

Die Kommunen im Werra-Meißner-Kreis werden Eltern von Kitakindern nun doch kostenlose Lollitests zur Verfügung stellen. Darauf haben sich die Bürgermeister verständig

Werra-Meißner – Vor zwei Wochen hatten sie es noch mehrheitlich abgelehnt. „Wir werden die Lollitests vorhalten und, wenn es Anlass gibt, diese an Eltern ausgeben“, sagt Michael Heußner, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau, der jetzt im Auftrag aller Kommunen die Lollitests beschaffen soll.

Dass die Bürgermeister nach ihrer Ablehnung der Lollitests nun doch einlenken, sei dem „Druck der Elternschaft“ geschuldet. „Wir geben den Forderungen der Eltern nach, auch wenn wir die Sinnhaftigkeit der Tests für fragwürdig halten“, sagt Heußner.

Bereits im Sommer hatte die hessische Landesregierung ein Förderprogramm für die Lollitests in Kitas aufgelegt, aus dem der Werra-Meißner-Kreis 250 000 Euro erhalten hat (WR berichtete). Damit sollte den Gemeinden die Hälfte der Kosten für die Tests erstattet werden. Angenommen hatten bis dato das Angebot nur Meinhard und Witzenhausen. Aber auch andere Träger der Kitas im Kreis wie die Kirchen und die Awo hatten den Einsatz der Tests abgelehnt, vor allem mit der Begründung, dass eine umfassende Testung von Kitakindern personell nicht zu leisten und die Testung durch die Eltern selbst unzuverlässig sei.

Inzwischen hat zum Beispiel aber die Stadt Eschwege die Schnelltests besorgt. „Die werden anlassbezogen in den Einrichtungen eingesetzt. Eine vom Land angeordnete generelle Testpflicht in den Kitas wäre sinnvoll“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. Er spricht sich dafür aus, dass generell das Land die Tests, vergleichbar mit dem Prozedere an den Schulen, zentral beschaffen solle.

In Gemeinden wie Wehretal und Ringgau haben die Elternbeiräte Druck gemacht. In Wehretal hat sich der Gemeindevorstand vorigen Montag dann positiv dazu positioniert. „Wir werden die Lollitests anschaffen, aber nicht automatisch ausgeben. Die Eltern müssen danach fragen“, sagt Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich. Zur Verfügung sollen die Tests ab Anfang Januar stehen. Friedrich rechnet vor, dass bei den 240 Kitakindern in der Gemeinde monatlich um die 2000 Tests á vier Euro auszugeben wären.

Auch in der Gemeinde Ringgau hat sich der Elternbeirat an die Kommunen und die Kitas gewandt, man sei verwundert, dass die Gemeinde trotz zur Verfügung stehender Landesmittel noch nicht reagiert habe.

Die Gemeinde Meinhard, die die Lollitests schon seit dem Sommer zur Verfügung stellt, hat gute Erfahrungen gemacht. 80 Prozent der Eltern nutzten das Angebot und testen ihre Kinder zuHause. „Einige positive Lolli-Tests haben letztlich dazu geführt, dass eine Infektion nicht in die Kitas eingetragen werden konnte“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill. (Stefanie Salzmann)

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