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Kommunen versäumen Ausgabe von Urkunden fürs Ehrenamt

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Von: Jacob von Sass von Sass

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Ein Wahlschein wird in den Schlitz einer Wahlurne gesteckt.
Für Wahlhelfer gibt es seit der Bundestagswahl 2017 Urkunden und Ehrennadeln. © Henning Kaiser/dpa

Werra-Meißner – Ohne Ehrenämtler würden viele gesellschaftliche Prozesse in Gemeinden und Kommunen heutzutage überhaupt nicht mehr funktionieren. So zum Beispiel die Brandbekämpfung oder die aktuell wichtige Geflüchteten-Hilfe. Aber auch der Job als Wahlhelfer ist ein bedeutsames Ehrenamt, ohne das die demokratischen Abläufe in Deutschland nicht funktionieren würden.

Seit der Bundestagswahl 2017 belohnt der Bund eben genau diese Hilfe mit Urkunden und Ehrennadeln. Im Werra-Meißner-Kreis hat bis jetzt allerdings kaum jemand eine Auszeichnung als Wahlhelfer erhalten. Unsere Zeitung hat bei den Gemeinden im Kreis nach den Gründen für das Versäumnis gefragt.

Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix bestätigt, dass die Gemeinde zwar von den Urkunden gewusst habe, durch die Corona-Pandemie und die Wahlen und Stichwahlen zum Landrat es allerdings zeitlich nicht möglich gewesen sei, die Urkunden beim Bund zu beschaffen und zu bearbeiten.

Dazu sagt er: „Dies erfolgte aber nicht aus der Intention heraus, den ehrenamtlichen Wahlhelfern nicht die angebrachte Wertschätzung entgegenzubringen.“ Er selbst sei viele Jahre als ehrenamtlicher Wahlhelfer tätig gewesen und wisse um die Wichtigkeit Bescheid. Auch Finn Thomsen, Bürgermeister von Großalmerode, ist der Meinung, dass die Wahlhelfer gemeinsam mit dem städtischen Wahlamt einen essenziellen Beitrag für unsere Demokratie leisten, da es ohne sie nicht möglich sei, die Wahlen ordnungsgemäß durchzuführen. Trotzdem wurden auch in Großalmerode keine Urkunden an die ehrenamtlichen Wahlhelfer ausgegeben. Das begründet Thomsen wie folgt: „Die Ausgabe der Urkunden ist nur für Bundes- und Europawahlen erfolgt. Für uns ist jedoch jede Wahl gleich wichtig und beispielsweise ist der Aufwand für die Auszählung der Kommunalwahl deutlich zeitintensiver.“

In Witzenhausen argumentiert Bürgermeister Daniel Herz ähnlich: „In Hinblick auf andere Wahlen, wo es solche Urkunden nicht gibt, wie zum Beispiel bei der deutlich aufwendigere Kommunalwahl mit Kumulieren und Panaschieren, unterlassen wir dies, wie fast alle Kommunen.“ Auch Herz ist sich aber der Wichtigkeit der ehrenamtlichen Wahlhelfer bewusst. So fahre er an den Wahltagen immer in die Wahllokale und spreche mit den Ehrenamtlichen. Auch gebe es dort vor Ort Verpflegung. In Eschwege bereut man laut dem Wahlsachbearbeiter Alexander Unger, die Beantragung und Ausgabe der Urkunden versäumt zu haben, will sich aber in Zukunft bessern: „Da es sich bei der Bundestagswahl 2021 um meine erste externe Wahl handelte, wird sich dieser kleine, jedoch nicht unwichtige sowie vermeidbare Fehler in Zukunft nicht wiederholen und die Wahlhelfer erhalten für ihre Tätigkeit die Urkunden.“ ArchivFotos:Friedricke Steensen/Chris Cortis//Stefan Forbert

Von Jakob Von Sass

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