Interview zur Konfirmation 1935 Werra-Meißner-Kreis

1927: Konrad Volkhardt bei der Einschulung. Ein Konfirmationsbild gab es nicht. Foto: privat

Wir haben Konrad Volkhardt aus dem Werra-Meißner-Kreis zu seiner Konfirmation befragt.

Lesen Sie hier den Beitrag von Nabu-Kreisverbandschef Konrad Volkhardt (95), der 1935 konfirmiert worden ist.

Wie haben Sie Ihre Konfirmation erlebt? 

Konrad Volkhardt

Konrad Volkhardt: Ich habe meine Konfirmation als sehr bescheiden erlebt. Das Geld war knapp damals. Meinen Konfirmationsanzug hat mir, wie auch den Matrosenanzug zur Einschulung, mein Patenonkel gekauft. Er war Bauunternehmer und finanziell besser gestellt als meine Familie.

Erinnern Sie sich positiv oder negativ an Ihre Konfirmandenzeit und an Ihren Konfirmandenunterricht, und wenn ja, warum? 

Volkhardt: Positiv! Vor allem die Lausbubenstreiche als Konfirmand sind mir in guter Erinnerung. Wir haben dem Pfarrer immer heimlich die Luft aus seinem Rad gelassen, mit dem er nach Retterode zu uns fuhr. Er wusste das, spielte aber immer mit. Wenn er aus der Schule raus kam, wo der Unterricht stattfand, sah er seinen platten Reifen, schüttelte mit dem Kopf und gab uns Jungs jedem einen Groschen, damit wir ihn wieder aufpumpen. Von dem Groschen haben wir uns beim Kaufmann Aschenbrenner Zigaretten gekauft und heimlich im Wald gepafft.

Was waren Ihre Beweggründe, sich konfirmieren zu lassen? 

Volkhardt: Ich kann mich nicht erinnern, dass sich in Retterode jemand nicht konfirmieren ließ. Da gehörte einfach dazu.

Wie sahen Ihre Feier und die Geschenke aus? 

Volkhardt: Es gab viele praktische Geschenke wie ein Oberhemd und selbstgestrickte Socken. Wer Geld schenkte, der gab zwei bis fünf Reichsmark, was damals viel war. Zum Fest kamen enge Verwandte. Es gab große Portionen Schweinebraten mit Kartoffeln und nachmittags Kuchen. (kbr)

Alle weiteren Beiträge zur Konfirmation lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeine.

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