Konfirmation in Kleingruppen

Gemeinden entscheiden individuell über Gottesdienst

Eine Gemeinschaft bilden ist für Konfirmanden unter den aktuellen Bedingungen sehr schwierig. Damit es ein schönes Fest wird, verschieben viele Gemeinden die Konfirmation in den Sommer.
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Eine Gemeinschaft bilden ist für Konfirmanden unter den aktuellen Bedingungen sehr schwierig. Damit es ein schönes Fest wird, verschieben viele Gemeinden die Konfirmation in den Sommer.

Auch in diesem Jahr müssen die Konfirmationen in den evangelischen Kirchen wieder unter Pandemiebedingungen stattfinden.

Werra-Meißner - Wie diese im Werra-Meißner-Kreis gestaltet werden, dazu haben wir mit Pfarrern aus der Region gesprochen.

Wie bei den Gottesdiensten auch, entscheiden die Gemeinden nach den Inzidenzen, den räumlichen und personellen Bedingungen, ob und wie sie die Konfirmationen feiern wollen, erklärt Dekanin Ulrike Laakmann. Viele entscheiden sich für eine Verschiebung der Feier in die Sommermonate hinein.

So werden auch die Jugendlichen in Großalmerode am ersten Septemberwochenende konfirmiert werden. So hat man es bereits im vergangenen Jahr gehandhabt, auch wenn es damals teilweise ein Kampf gegen die Eltern war, berichtet Pfarrer Jörn Jakob Klinge. Normalerweise wären die 21 Jugendliche, die in zwei Gruppen konfirmiert werden sollen, sonst bereits im Mai dran gewesen. Im vergangenen Jahr hat Klinge auch die Jugendlichen aus Rommerode betreut. Da er in diesem Jahr aber so viele eigene Konfirmanden hat, werden die Rommeröder von Walburg und Laudenbach mit übernommen.

Aber auch jetzt gibt es einige Gemeinden, die im April Konfirmationen feiern. So wurden in der Stadtkirchengemeinde in Eschwege am vergangenen Sonntag die ersten Jugendlichen bereits konfirmiert und am kommenden Sonntag folgen die nächsten Gruppen. „Wir haben das Glück, über zwei große Kirchen zu verfügen, in denen Abstände eingehalten werden können“, erklärt Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost. Mit ihrem Kollegen Pfarrer Sebastian Werner betreut sie die Jugendlichen. Die Gottesdienste finden in kleinen Gruppen statt. Neben den beiden Terminen im April gibt es zusätzlich einen Ausweichtermin im Sommer.

Um die aktuellen Termine zu ermöglichen, sei im Vorfeld eine gute Kommunikation mit den Familien nötig gewesen, um das Hygienekonzept zu klären. Zudem habe man mit Schnelltestzentren vereinbar, dass zusätzliche Termine dafür freigeschalten werden.

Jugendliche sind ab 14 Jahren religionsmündig

Die Konfirmation stammt aus dem Jahr 1539 und bekräftigt die Taufe, informiert die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck. Die Konfirmanden bekennen sich zu ihrem Glauben. In der Regel werden Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren konfirmiert. Laut Bundeszentrale für politische Bildung sind Jugendliche ab 14 Jahren religionsmündig und können selbst frei darüber entscheiden, ob sie sich zu einer Religion bekennen wollen, unabhängig von den Eltern. 

Viele weichen auf den Sommer aus 

Nach Ostern beginnt die Zeit der Konfirmationen im Kreis. Dieses Jahr werden sie allerdings erneut eingeschränkt durch die Pandemie. Viele Gemeinden verschieben ihre Konfirmationen deshalb in den Sommer, in der Hoffnung, dass dann mit geringerer Inzidenz für die Familien eine schöne Feier möglich ist.

In Witzenhäuser Stadtteil Hundelshausen fanden im vergangenen Jahr überhaupt keine Konfirmationen statt. Diese werden erst jetzt, am 30. Mai, nachgeholt. „Der Plan ist, dass der Gottesdienst in der Kirche von Hundelshausen stattfinden wird, da dort die Abstände gut gewahrt werden können“, sagt Pfarrer Christian Schäfer. Die Kirche wird während der Renovierungsarbeiten auch als Kino genutzt, wo die Stühle mit entsprechenden Abstand eingebaut worden sind.

Zudem will Schäfer Anfang Mai mit den Jugendlichen den Gottesdienst besprechen. „Ich will wissen, was den Jugendlichen wichtig ist und was der Gottesdienst ihnen bedeutet“, sagt Schäfer. Das wollen sie gemeinsam erarbeiten. Dabei setzt Schäfer auf freiwilliges Engagement und will den Jugendlichen zeigen, wie bunt Kirche sein kann. „Das ist eine einmalige Werbechance für uns.“

Da in diesem Jahr erst der Jahrgang aus dem vergangenen Jahr konfirmiert wird, werden die Jugendlichen aus diesem Jahr und aus dem kommenden Jahr zu einem Doppeljahrgang zusammengefasst, erklärt Schäfer. Die Entscheidung über die Verschiebung haben die Eltern getroffen. „Wenn wir aber noch ein Jahr warten, kommen die Kinder langsam mit dem Auto angefahren“, meint Schäfer. Deswegen finden die Feiern in diesem Jahr zwar nicht unter den erhofften Bedingungen statt, aber man arrangiert sich.

Auch in Hessisch Lichtenau werden die Feiern in kleinen Gruppen im September stattfinden, berichtet Pfarrerin Dagmar Ried-Dickel. Sonst hätten die Konfirmationen hier auch am ersten und zweiten Sonntag nach Ostern stattgefunden. „Auch im vergangenen Jahr haben wir im September konfirmiert, damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Beim Unterricht setzen viele Gemeinden auf digitale Lösungen. Auch in Hessisch Lichtenau versucht man Stunden als Webkonferenz zu halten, sagt Ried-Dickel. Zudem profitierten sie von einem großen Gemeindesaal, in dem sie sich bis zum Herbst noch treffen konnten. „Wir haben uns auch draußen getroffen und zum Beispiel den Friedhof besucht“, sagt Ried-Dickel. Besonders gut wären bei ihren Konfirmanden dann aber die Stunden angekommen, die sie sich unter normalen Umständen vielleicht gar nicht getraut hätte: „Wir haben einige Medidative Sachen gemacht. Beim Gehen haben wir einen Psalm gesprochen, das kam bei den Jugendlichen gut an.“ Auch eine Weihnachtsaktion, bei denen sie den Bewohnern eines Seniorenheimes Briefe geschrieben haben, ist bei den Jugendlichen gut angekommen.

(Evelyn Ludolph)

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