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Wirtschaftsexperten prognostizieren 2023 Kaufzurückhaltung

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Von: Tobias Stück

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Dr. Michael Ludwig IHK Kassel-Marburg
Dr. Michael Ludwig IHK Kassel-Marburg © Privat

Wirtschaftsexperten prognostizieren für das Jahr 2023 eine Kaufzurückhaltung

Werra-Meißner – Eine weniger hohe Inflation, aber dennoch sinkenden Konsumnachfrage prognostizieren die Wirtschaftsexperten aus dem Werra-Meißner-Kreis für das kommende Jahr. Sowohl Wirtschaftsförderung (WFG) als auch Industrie- und Handelskammer (IHK) und heimische Kreditinstitute wie die Sparkasse Werra-Meißner oder die VR-Bank Mitte sind sich sicher, dass es 2023 zu einer vermehrten Kaufzurückhaltung kommen werde. Besonders betroffen seien davon die Gastronomie und der stationäre Einzelhandel.

Die Bemühungen von Industrie und Verbrauchern, Energie zu sparen, und die Zinsanpassung der Europäischen Zentralbank hätten sich inflationsmildernd ausgewirkt, so die WFG. Dennoch geht die Bandbreite der Vorhersagen für 2023 von drei bis 7,5 Prozent. Das hemmt den Konsum weiter. „Die Prognosen gehen von einem sinkenden Wirtschaftswachstum aus“, sagt Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner (WFG). Wie stark die Folgen seien, hänge von der Dauer der Krise ab.

Energie- und Rohstoffpreise sind Problem

Laut Konjunkturbericht der IHK Kassel-Marburg verliere insbesondere das Rückgrat der heimischen Wirtschaft – das produzierende Gewerbe – zukünftig kräftig. Bauindustrie und die Zulieferindustrie sind hier besonders getroffen. Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung werden branchenübergreifend von den Betrieben aus der Region die steigenden Rohstoff- und Energiepreise genannt. Die gestiegenen Kosten seien nur begrenzt abwälzbar. ts

Schon im Herbst habe sich die konjunkturelle Lage in der Region eingetrübt, berichtet Dr. Michael Ludwig von der IHK Kassel-Marburg. Der IHK-Klimaindex, der sich aus gegenwärtiger und zukünftiger Wirtschaftslage zusammensetzt, liege mit 74,4 Punkten derzeit knapp über dem historischen Tiefststand von 67,8 während der Finanzkrise 2009. „Massiv gestiegene Energiekosten, schwindende Kaufkraft und anhaltende Lieferengpässe haben den Unternehmen in der Region zugesetzt“, sagt Ludwig. Die Laune bei den regionalen Händlern sei derzeit verhalten, ergänzt Kleeberg. Von steigenden Arbeitslosenzahlen geht der Wirtschaftsförderer aber nicht aus. Nach wie vor würden Fachkräfte gesucht, Stellen unbesetzt sein.

Für das Handwerk wird eine schlechtere Auftragslage wegen fehlender Bautätigkeit vorhergesagt. Steigende Zinsen und hohe Materialpreise machten Bauherren weiter zu schaffen. Die Chancen für die Betriebe lägen im nächsten Jahr im Modernisieren und energetischen Sanieren. (Tobias Stück)

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