Müll-Ärger in Meinhard

Meinhard: Hundebesitzer werfen Kotbeutel vor Haustür vom Bürgermeister

Zur Rast kaum noch geeignet: Am Montag wurde auf dem Wanderparkplatz unterhalb des Wanderheimes Siechenborn ein Berg Sperrmüll abgestellt.
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Zur Rast kaum noch geeignet: Am Montag wurde auf dem Wanderparkplatz unterhalb des Wanderheimes Siechenborn ein Berg Sperrmüll abgestellt.

Das Thema Müll beschäftigt die Meinharder weiterhin. Abfall und Hundekotbeutel wurden jetzt illegal entsorgt - auf einem Parkplatz und direkt vor Brills Haustür.

Meinhard – Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill sowie die Gemeindeverwaltung werden zur Zielscheibe für Angriffe von Hundebesitzern, die offenbar ein Zeichen setzen wollen. Möglicherweise aus Ärger über die auf Anweisung des Bürgermeisters entfernten 103 Mülleimer in den Ortsteilen (wir berichteten), wurden vor Brills Privathaus in Jestädt sowie im Hof der Gemeindeverwaltung gefüllte Hundekottüten abgeworfen.

„Keine Massen, aber deutlich“, sagt der Bürgermeister. Brill hatte die zum Teil noch aus den 1980er-Jahren stammenden Mülleimer vor zwei Wochen entfernen lassen, weil darin neben Hausmüll auch Hundekottüten entsorgt wurden, die die Bauhofmitarbeiter händisch entfernen müssen, weil die Behälter sich nicht kippen lassen.

Doch jetzt will die Gemeinde Geld in die Hand nehmen und für rund 10 000 Euro 30 Hundetoiletten anschaffen. Der Gemeindevorstand hat dem bereits zugestimmt.

Die Hunde-WCs bestehen im Wesentlichen aus einer zwei Meter langen Stange, an der sich ein Tütenspender und ein Entsorgungsbehältnis befinden und können ohne Betonfundament im Erdreich verschraubt werden.

30 Hunde-WCs wie diese soll es in Meinhard geben.

„Das hat den Vorteil, dass wir die Standorte auch wieder wechseln können“, sagt Brill. Für die größeren der sieben Meinharder Ortsteile sind je bis zu sechs Hundetoiletten geplant, für die kleinen voraussichtlich je nur eine. Die aktuell im Bauhof eingelagerten Mülleimer sollen repariert, neu beschriftet und auch baulich so verändert werden, dass nur kleine Abfälle eingeworfen werden können. „Der Zeitpunkt für das Entfernen der öffentlichen Müllbehälter sei genau richtig gewählt, so Brill. „Wir haben aktuell wegen Corona praktisch keinen Rad- und Wandertourismus in der Gemeinde.“ Bis zum eigentlichen Saisonbeginn im Frühjahr sollen die Eimer wieder hängen.

Dennoch weicht Brill nicht von seiner grundsätzlichen Argumentation ab: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass jeder seinen Müll im Rucksack auch wieder mitnehmen kann.“ Seinen Mitarbeitern des Bauhofes wolle er nicht dauerhaft zumuten, Kottüten aus dem Müll oder aus der Botanik einzusammeln.

Müllproblem auch an anderer Stelle in Meinhard

Müll beschäftigt die Kommune auch an anderer Stelle: Im Ortsteil Frieda ließ die Gemeinde vor den Altglascontainern an der Leipziger Straße gegenüber von Friedola vor einigen Monaten Videoüberwachung installieren, weil dort immer große Mengen Müll – alles von fauligen Fleischabfällen bis zu Hausmüll und Geräten – abgelagert wurde. „Zumindest sind die Fälle jetzt weniger geworden“, sagt der Bürgermeister.

Doch das die Hemmschwelle für illegale Müllentsorgung bei einigen Menschen gering ist, illustriert auch ein Fall von Anfang dieser Woche. Auf dem Wanderparkplatz zwischen Grebendorf und Neuerode, unterhalb des Wanderheimes Siechenborn, wurde ein riesiger Berg Sperrmüll entsorgt – direkt um die Rastbänke drapiert. In dem Fall muss allerdings nicht die Gemeinde Meinhard den Müll auf ihre Kosten entsorgen, sondern Hessen Mobil, das den Parkplatz verwaltet. (Von Stefanie Salzmann)

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