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Silvia Becker spendet 652 selbst gehäkelte Teddybären an Kinderkrebsstationen

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Von: Emily Spanel

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Inmitten von 652 Teddybären: Silvia Becker hat gemeinsam mit Ehemann Dietmar Becker mittlerweile alle selbst gehäkelten Teddys und Schlümpfe in acht 80-Liter-Umzugskartons verpackt. Sie werden in Kürze an die vier Kinderkrebsstationen übergeben.
Inmitten von 652 Teddybären: Silvia Becker hat gemeinsam mit Ehemann Dietmar Becker mittlerweile alle selbst gehäkelten Teddys und Schlümpfe in acht 80-Liter-Umzugskartons verpackt. Sie werden in Kürze an die vier Kinderkrebsstationen übergeben. © Dietmar Becker

„Du bist nicht allein“, sagt symbolisch jeder der 652 Teddybären, die Silvia Becker aus dem Wanfrieder Stadtteil Aue in Handarbeit für krebskranke Kinder gefertigt hat.

Aue/Eschwege – Kämpfen, bangen, hoffen. Die Diagnose Krebs ist furchtbar – besonders, wenn sie ein Kind trifft. Auf Kinderkrebsstationen wird viel geweint. Das ganze Leid, dazu die psychische Belastung. Mit dem Sterben umzugehen, das ist schwierig für Kinder, Eltern und Angehörige. Den Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern geht es nicht anders.

Und doch gibt es sie, die guten Augenblicke auf den Kinderkrebsstationen, viele sogar. Die Augenblicke, die den noch so jungen Patienten Hoffnung schenken. Das Wissen geben, dass die kleinen Patienten in ihrem Kampf gegen den Krebs Helden sind. Dass sie nicht ausgeschlossen sind vom Leben „außerhalb“.

„Du bist nicht allein“, sagt so symbolisch jeder der 652 Teddybären, die Silvia Becker aus dem Wanfrieder Stadtteil Aue in Handarbeit gefertigt hat. „Ich vergesse dich nicht.“ An insgesamt vier Kinderkrebsstationen – die Charité Universitätsmedizin Berlin, die Universitätsmedizin Göttingen, das Klinikum Kassel sowie das Städtische Klinikum Braunschweig – werden die Teddys nun als Seelentröster verteilt.

652 Teddys gehäkelt

„Ich möchte den Kindern, die doch schon so viel ertragen müssen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das ist mir die größte Freude“, sagt die warmherzige 59-Jährige. In jeder freien Minute hat „Sia“, wie sie überall bekannt ist, in diesem Jahr an den Teddybären gearbeitet. Neben dem Führen des familieneigenen Geschäfts in der Eschweger Innenstadt, den tagtäglichen Aufgaben, dem Sorgetragen für Familie und Freunde, auch neben dem Verarbeiten von persönlichen Schicksalsschlägen. Nichtsdestotrotz waren 400 Teddys das gesetzte Ziel (wir berichteten) – 652 sind es zum Schluss geworden.

Dass die nun noch mehr krebskranken Kindern einen ihrer Glücksboten übergeben kann, verdankt Silvia Becker den vielen guten Seelen aus dem Werra-Meißner-Kreis und darüber hinaus, die zu Jahresbeginn von ihrem Projekt erfahren und selbstlos ihre Mithilfe angeboten haben. „Dadurch sind über die Monate hinweg echte, enge Freundschaften entstanden“, sagt Silvia Becker emotional. Da ist etwa Edith aus Witzenhausen, die allein 151 Teddys beigesteuert hat. Da ist Silvia Hilger aus Eschwege, die zusätzlich für jedes der vier Stationszimmer der Kliniken Schlümpfe gehäkelt hat – und sich für die gute Sache auch von ihrer Arthrose nicht beirren ließ. „Und da ist auch Björn Zeuch, der persönlich eine großzügige Spende übergeben hat“, sagt die 59-Jährige.

Herzlicher Dank an alle Helfer

Auf das Herzlichste bedanken möchte sie sich bei allen Kunden, Freunden und Bekannten, die ihren Aufruf im Februar in der Werra-Rundschau gelesen haben und Häkelwolle in fröhlichen, bunten Farben gespendet haben; dazu Füllmaterial wie weiches Vlies oder die runden Knopfaugen für die Teddybären.

Schier unglaubliche Erlebnisse habe sie gehabt, erinnert sie sich lächelnd – etwa den Karton mit 800 Knopfaugen aller Größen, die Michael Gröger ihr postwendend zuschickte – der Unternehmer aus Werdau (Sachsen) hatte über ein Internetportal von dem Projekt erfahren. Gleiches gilt für die vier Kilogramm Füllwolle, die ihr aus Lehrte bei Hannover zugeschickt wurden.

Sämtliche Geldspenden, die zusätzlich eingegangen sind, werden ohne Abzüge gleichberechtigt auf die vier Kinderkrebsstationen verteilt. Dafür können etwa Bastelmaterial und Spiele für die jungen Patienten erworben werden. Und Silvia „Sia“ Becker wäre nicht der Herzensmensch, der sie ist, wenn sie nicht weiterhäkeln würde: Diesmal Teddys als Dank für alle, die nicht zögerten und halfen, um kranken Kindern Hoffnung zu schenken.

Von Emily Hartmann

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