Katastrophenschutz-Mitteilung

Kreis muss bis Sonntag Platz für 1000 Flüchtlinge finden

Eschwege. Der Werra-Meißner-Kreis muss bis kommenden Sonntag, 8. November, darauf vorbereitet sein, 1000 zusätzliche Flüchtlinge in Notunterkünften aufzunehmen - und das unabhängig von den Einrichtungen in Sontra und Hessisch-Lichtenau. 

Das teilte Landrat Stefan Reuß am Sonntagmittag mit.

Reuß war kurz zuvor von Staatssekretär Werner Koch aus dem Innenministerium darüber informiert worden, dass der Kreis noch am Nachmittag die Katastrophenschutz-Mitteilung erhalten werde. Wo die Flüchtlinge unterkommen könnten, war völlig unklar. „Wir suchen mit aller Dringlichkeit nach Industrieflächen“, sagte Reuß auf Anfrage, „Stand jetzt weiß ich noch nicht einmal, in welche Stadt oder Kommune wir gehen.“ Hessisch Lichtenau und Sontra, die mit Erstaufnahmeeinrichtungen schon stark belastet sind, schloss er aber aus.

Aktualisiert um 16.05 Uhr.

„Ich bleibe auch dabei, dass wir keine Turnhallen nutzen werden“, so der Landrat, der aber auch relativierte: „Im Moment kann alles passieren, wir wissen es einfach nicht.“ Über Zelte verfüge der Katastrophenschutzbestand laut Reuß derzeit nicht, zudem könne er auch nur noch auf etwa 100 Feldbetten zurückgreifen. Grund für die kurzfristige Zuweisung sei laut Reuß eine große Welle aufzunehmender Flüchtlinge in der Nacht zu Sonntag. Über 1300 Menschen seien in Hessen angekommen, davon allein 500 in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. „Derzeit kommen die Menschen von überall her“, so Reuß.

Nicht sicher ist, wie viele Menschen in den kommenden Wochen wirklich im Kreis ankommen. Die Erfahrung aus anderen Landkreisen habe laut Reuß gezeigt, dass trotz der Ankündigung von 1000 Flüchtlingen manchmal deutlich weniger kämen. „Wir wissen es aber eben nicht sicher“, so Reuß. Für Montagmorgen ist eine Sondersitzung geplant. Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren umgehend informiert worden.

Rubriklistenbild: © dpa

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